SAARBRÜCKEN. Es ist das größte Sportevent, was es jemals im Saarland gegeben hat: Die Special Olympics Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung. Vom 15. bis 20. Juni werden 4.400 Athletinnen und Athleten teilnehmen, die in 27 Sportarten an 22 Sportstätten miteinander konkurrieren. Bis zu 100.000 Besucher werden erwartet.
Für den saarländischen Sportminister Reinhold Jost (SPD), der vor über zwei Jahren mit einer Delegation persönlich die Bewerbung nach Berlin brachte, bedeuten die Sommerspiele jedoch noch mehr: «Sie sind ein Statement für Inklusion, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.»
Die Vorbereitungen für die Spiele laufen seit Monaten – nicht nur in der Landeshauptstadt Saarbrücken, wo am Montag (20.15 Uhr) im bereits ausverkauften Ludwigsparkstadion die feierliche Eröffnung gefeiert und live im Fernsehen und Internet übertragen wird. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Mitmachangeboten, Schüler-Aktionen, Ausstellungen und Fackelläufen sind die Spiele in jedem Landkreis präsent.
Eine Besonderheit ist die erstmals grenzübergreifende Austragung: Denn die Wettbewerbe im Schwimmen finden in der französischen Nachbarstadt Forbach statt. Das unterstreicht nach Ansicht der Veranstalter den europäischen Charakter der Spiele und setzt ein Zeichen für Begegnung, Zusammenarbeit und Inklusion über Ländergrenzen hinweg.
Damit die Wettbewerbe optimale Bedingungen vorfinden, wurden zahlreiche Sportstätten modernisiert und barriereärmer gestaltet. Insgesamt flossen im Saarland laut Sportminister mehr als zehn Millionen Euro in die Sanierung und Ertüchtigung von Sportstätten.
Hanna Hohe, Athletensprecherin von Special Olympics Saarland, ist nach eigenen Angaben stolz auf die saarländische Delegation, die aus 235 Athleten und Unified Partnern besteht. «Sport ist für uns sehr wichtig. Sport gibt uns Selbstvertrauen. Wenn ich Sport mache, dann merke ich, ich kann etwas schaffen», sagte sie.
«Größer und bunter als alle nationalen Spiele davor»
Die Nationalen Spiele im Saarland werden ihrer Ansicht nach etwas ganz Besonderes. Mit 27 Sportarten gebe es so viele wie nie zuvor – darunter erstmals auch 3×3 Basketball, Geräteturnen, Hockey, Rudern und Segeln. Zudem freue man sich auf zwölf internationale Delegationen. «Die nationalen Spiele im Saarland werden größer und bunter als alle anderen nationalen Spiele davor», sagte Hohe. «Deshalb kommt alle vorbei und feuert uns bei den Wettbewerben an.»
Das erhoffen sich nicht nur die Sportler, sondern auch deren Angehörige – so wie Stefanie Adam, die Mutter von Leichtathletin Romea Sauber (20) aus Beckingen. «Es ist toll, dass es mal eine Plattform gibt, wo sich die Jugendlichen mit Handicap präsentieren können. Dass sie überhaupt mal gesehen werden. Ansonsten geht dies oft so unter», sagte sie.
Nach Ansicht von Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland, zeigt die Veranstaltung im Saarland eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung für Inklusion übernehmen. «Hier geht es nicht um Rekorde, sondern um Teilhabe, Begegnungen und um eine starke Gemeinschaft.» Viele Athleten wüchsen über sich hinaus, feierten ihre persönlichen Bestleistungen und machten sichtbar, wie viel Kraft in Zusammenhalt und gegenseitiger Wertschätzung stecke.
Im Saarland haben sie zudem noch eine besondere Chance: Sie können sich bei den Wettbewerben für die Special Olympics World Games 2027 in Chile qualifizieren. (Quelle: Katja Sponholz, dpa)













