Der nächste Streich – TBB Trier gewinnt in Hagen

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Laurynas Samenas - sein kämpferischer Einsatz ist vorbildlich.

HAGEN. Basketball-Bundesligist TBB Trier hat den letzten Strohhalm zum möglichen Klassenerhalt ergriffen. Nach der unglücklichen 58:75-Heimniederlage gegen die Fraport Skyliners Frankfurt folgte nicht einmal 24 Stunden später der 77:70 (34:44)-Überraschungssieg vor 3145 Zuschauern in der Enervie-Arena. Mit diesem Sieg gaben die Moselaner, denen sechs Punkte am Grünen Tisch aberkannt worden sind, die Rote Laterne an die Crailsheim Merlins ab, die nun als erster Absteiger feststehen.

Mit einem starken dritten (20:15) und einem noch besseren Schlussviertel (23:11), haben die Trierer Basketballer eine schon verloren geglaubte Partie noch umgebogen. Am Ende wurden die Hausherren von ihren Fans ausgepfiffen, Triers Mannschaft von den mitgereisten Fans mit Beifall überschüttet und Trainer Henrik Rödl mit Sprechchören gefeiert. Rödl hatte beim ersten Statement nach dem Sieg Tränen in den Augen, als er Fernsehmoderator Manfred Winter sagte: „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft.“


Bei Hagen fehlte Topscorer David Bell, für ihn war Nachwuchstalent Niklas Geske in die Starting Five gerückt. Und der bewies gleich mal, dass auch er ein guter Schütze ist, traf den Distanzwurf zum 0:3. Dino Gregory legte nach, Keith Ramsey ließ es ordentlich krachen, 7:0. Dann traf Jermaine Anderson für die TBB von draußen. Hagen war weiter heiß und traf jeden Wurf, schnell stand es 3:12, was Henrik Rödl zur ersten Auszeit zwang. Danach zog die TBB mehr zum Korb, kam aber vor allem über Jermaine Bucknor auch von außen zum Erfolg.

Dennis Kramer eröffnete Abschnitt zwei mit einem langen Zweier, Zamal Nixon konterte aber per Dreier, 18:23. Bucknor verkürzte von der Freiwurflinie, der Kapitän hatte jetzt schon zehn Punkte auf dem Konto. Fabian Bleck und Todd Brown erzielten jetzt zu einfache Punkte für die Gastgeber, dann traf Brown auch noch für drei, 22:30. Das Spiel schien der TBB langsam zu entgleiten, die in dieser Saison eigentlich sehr heimschwachen Hagener spielten mit großem Selbstbewusstsein. Kurz vor der Halbzeit stand es 30:40 – mit diesem Abstand ging es auch in die Kabine.

Larry Gordon erzielte die ersten Punkte nach der Pause. Stefan Schmidt und Marko Lukovic reduzierten den Trierer Rückstand auf acht Zähler. Mathis Mönninghoff versenkte einen artistischen Korbleger, beim 40:46 ging Phoenix Hagen in die Auszeit. Die bewirkte wenig, Trier blieb im Aufwind. Fabian Bleck traf zum 44:50, aber Jermaine Bucknor versenkte seinen nächsten Dreier. Die beiden Kanadier in Reihen der TBB übernahmen zunehmend Verantwortung.

Zu Beginn des Schlussviertels war Adin Vrabac heiß, erzielte jetzt sieben Punkte in Folge. Den Hagenern merkte man jetzt an, dass sie zuhause schon zu viele Spiele verloren hatten. Sechseinhalb Minuten erzielten die Gastgeber keine Punkte. Stefan Schmidt, der mit zehn Rebounds glänzte, gelang die Führung zujm 63:61. Die TBB blieb cool, spielte ruhig ihre Angriffe, bis der freie Mann gefunden war. Immer wieder war das jetzt Ricky Harris, der, nachdem er sich warmgeworfen hatte, auch die nicht ganz so freien Würfe versenkte. So fand der schwere Dreier zum 71:64 sein Ziel. Die Fans beider Teams sorgten jetzt für eine großartige Basketballatmosphäre in der Enervie Arena. Todd Brown konnte eineinhalb Minuten vor Schluss noch von der Freiwurflinie verkürzen, danach gelang Hagen zu wenig, Trier ging an die Linie und erhöhte weiter. Ein Steal und die Fastbreakpunkte von Ricky Harris entschieden das Spiel dann endgültig.

[td_text_with_title custom_title=“Stimmen zum Spiel“] Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier): „Wir hatten zuletzt nicht viel zu lachen, da tut so ein Sieg gut. Wir haben gut gespielt, ich bin stolz auf mein Team, das hart gearbeitet hat. Es ist ein schönes Gefühl, mal für zwei Stunden abzuschalten. Mit David Bell hat Hagen heute ein wichtiger Spieler gefehlt, der vielleicht Antworten auf unsere Zonenverteidigung gehabt hätte. Es sind immer komische Spiele gegen Hagen. Diesmal haben wir beide Partien gewonnen, letztes Jahr haben wir beide Spiele verloren. Wir haben großen Respekt voreinander. Es ist unglaublich, was Hagen mit dem schmalen Budget leistet. Es ist stark, dass Hagen und Trier mit den beschränkten Möglichkeiten seit Jahren in der Liga geblieben sind. Schade für uns, dass es vorerst wahrscheinlich kein weiteres Spiel gegen Hagen geben wird.“
Ingo Freyer (Headcoach Phoenix Hagen): „Wir haben das Spiel auf eine ähnliche Art verloren wie einige andere Spiele zuvor. Am Ende fehlte die Qualität, auch weil David Bell nicht dabei war. Wir wollen und müssen die jungen Spieler fördern, doch das klappt nicht immer gleich gut. Dann wird zu viel gepasst, es fehlt das Selbstvertrauen, Schüsse werden nicht genommen. Wir konnten unser Spiel heute nicht durchsetzen, hatten keine Ballgewinne und Schnellangriffe. Trier hat uns ins Setplay gezwungen, damit hatten wir Probleme. Es tut mir sehr leid, was in Trier passiert. Wir stehen eigentlich Jahr für Jahr nebeneinander in der Tabelle. Das gemeinsame Ziel hieß immer, die Klasse zu halten.“
Phoenix Hagen – TBB Trier 70:77 (44:34)
Phoenix Hagen: Niklas Geske (5), Frederick Nixon (5), Fabian Bleck (6), Urule Igbavboa (0), Jonas Grof (0), Todd Brown (20), Larry Gordon (18), Dino Gregory (14), Keith Ramsey (2)
TBB Trier: Ricky Harris (13), Marko Lukovic (10), Stefan Schmidt (4), Mathis Mönninghoff (4), Laurynas Samenas (4), Adin Vrabac (7), Jermaine Bucknor (19), Dennis Kramer (4), Jermaine Anderson (12)
Spielverlauf: 12:3 (3.), 14:7 (6.), 20:16 (10.), 23:18 (13.), 30:26 (15.) 44:34 (Halbzeit); 46:38 (23.), 52:50 (27.), 59:54 (30.), 61:61(34.), 64:67 (38.), 66:71 (39.), 70:77 (Endstand)
Schiedsrichter: Robert Lottermoser/Anne Panther/Armin Mutapcic – Zuschauer: 3145

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