[UPDATE] Großes Pech – TBB unterliegt in Berlin nach Verlängerung

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Adin Vrabac (weißes Trikot) zählte zu den herausragenden Trierern in Berlin. Der Flügelspieler erzielte 18 Punkte.

BERLIN. Trotz eines großartigen Auftritts und einer herausragenden Leistung haben die Trierer Bundesliga-Basketballer die Sensation verpasst. Die TBB unterlag beim achtfachen deutschen Meister und haushohen Favoriten ALBA Berlin mit 83:86 (79:79, 45:35) nach Verlängerung. Trier hatte von der 17. Minute an bis 69 Sekunden vor Schluss immer in Führung gelegen.

Das vielleicht beste Saisonspiel der Trierer in der Berliner O2 World wurde nicht belohnt. Das lag einerseits daran, dass der Mannschaft am Ende etwas die Puste ausging. Viele Würfe in der Schlussphase gerieten zu kurz, ein Zeichen für nachlassende Kraft. Es lag aber auch – leider wieder einmal – an den Schiedsrichtern, die den Promi-Bonus auspackten und schauspielerische Berliner Leistungen mit wohlwollenden Foulpfiffen gegen Trier ahndeten. Selbst Reporter Manni Winter wollte nach dem dritten Fall „Berliner Fallsucht“ nicht mehr. „Am besten sage ich dazu nichts mehr“, kommentierte er das Geschehen, das landäufig gern als Cleverness abgehandelt wird, aber schlicht und einfach nur unfair ist. Schlimm genug, denn es war die Phase, in der ALBA den permanent klaren Rückstand von 71:61 (35.) auf 75:72 (37.) verkürzte.

Die Moselaner hatten das Spiel nach einem ausgeglichenen ersten Viertel jederzeit im Griff. Von Beginn an waren sie mutig in der Offensive und konzentriert in der Defensive – und vor allem hatten sie gegen die europapokalmüden Berliner den richtigen Gameplan. Headcoach Henrik Rödl hatte sein Pendant Sasa Obradovic mit zwei unerwarteten Maßnahmen offensichtlich auf dem linken Fuß erwischt. Trier spielte defensiv nicht mit der meist angewandten Zonenverteidigung und setzte offensiv ganz auf die Karte, den gegnerischen Korb zu attackieren.


Damit hatten die Albatrosse zunehmend ihre Probleme, die in der ersten Halbzeit vornehmlich Adin Vrabac, der ein ums andere Mal unwiderstehlich zum Korb zog und Jermaine Anderson zu erfolgreichen Aktionen nutzten. Ungewöhnlich für Trierer Verhältnisse war auch die Sicherheit an der Linie. Am Ende des Spiels hatte die TBB 23 von 24 Freiwürfe verwandelt – eine Quote von 96 Prozent. Besonders bitter, der eine verworfene Freiwurf, ausgerechnet vom sichersten Schützen Jermaine Anderson kostete am Ende den Sieg.

Als nach einer zehn Minuten dauernden Anlaufphase auch Vitalis Chikoko die Gastgeber vor Probleme stellte, zogen die Moselaner, die ohne Ricky Harris und Anthony Canty angetreten waren, davon. Bis zur Halbzeit hielt nur Alex Renfroe den hohen Favoriten im Spiel, später erhielt er entscheidende Unterstützung durch Reggie Redding.

Dennoch blieben die Moselaner Herr im mit 9716 Zuschauern gut gefüllten Haus. In der 33. Minute zeigte die Spieluhr den höchsten Trierer Vorsprung auf: 68:54. Als der Abstand fünf Minuten vor Schluss immer noch zweistellig war (71:61) wuchs der Glaube, eine Überraschung schaffen zu können. Dann packten die Berliner die Trickkiste aus, der auch Adin Vrabac mit fünf Fouls zum Opfer fiel – ein wohl entscheidender Faktor, der zur Niederlage führt.

Kurz vor Schluss der Normalspielzeit lag Trier dann sogar zurück, Vitalis Chikoko brachte sein Team mit einem Dunking drei Sekunden vor Schluss in die Verlängerung. Die verlief sehr zäh, beide Mannschaften waren offensichtlich mit ihren Kräften am Ende. Berlin lag zwei Punkte vorne, als Jermaine Bucknor drei Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit mit einem Dreierversuch das Glück zwingen wollte – er verfehlte. Nach einem Trierer Foul verwandelte Reggie Redding einen von zwei Freiwürfen zum sehr glücklichen Berliner Sieg.

[td_text_with_title custom_title=“Stimmen zum Spiel“]Sasa Obradovic (Headcoach ALBA BERLIN): „Trier hätte es heute genauso verdient zu gewinnen wie wir. Aber mein Team hat einen starken Charakter, mit dem es schon viele Spiele gedreht hat. Die Vorbereitung und die Ausgangssituation für dieses Duell waren wirklich extrem schwierig für uns. Wir kamen aus Madrid und uns fehlten vier Spieler, die sehr wichtig für unsere intensive Spielweise sind, die der Schlüssel zu unseren Erfolgen ist. Das hat man heute über lange Zeit sehen können, aber irgendwie hat mein Team doch noch einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Diese Siege können in einer Saison unter dem Strich den Unterschied ausmachen.“

Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier): „Am Ende hat sich ALBA den Sieg mit der Energieleistung im Schlussviertel verdient. Wir mussten unsere Zonenverteidigung aufgeben, die lange gut funktioniert hat, weil ALBA anfing zu treffen. In der Mannverteidigung hatten wir dann Probleme. Trotzdem hatten wir am Ende eine Wurfchance zum Sieg, was zeigt, dass es eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft war. Ich finde es wirklich ungewöhnlich, dass ALBA nicht mal 48 Stunden vorher in Madrid spielen musste, aber dadurch hatten wir ein große Chance, die wir leider nicht genutzt haben.“

ALBA Berlin: Niels Giffey (10), Alex King (8), Ismet Akpinar (2), Akeem Vargas (11), Marko Banic (6), Reggie Redding (21), Jonas Wohlfarth-Bottermann (5), Alex Renfroe (21), Moritz Wagner (n.e.), Martin Seiferth (n.e.), Jannik Freese (2)

TBB Trier: Marian Dahlem (n.e.), Marko Lukovic (7), Stefan Schmidt (2), Mathis Mönninghoff (8), Laurynas Samenas (5), Vitalis Chikoko (18), Adin Vrabac (18), Jermaine Bucknor (9), Dennis Kramer (0), Jermaine Anderson (16)

Spielverlauf: 2:6 (3.), 9:9 (5.) 11:13 (8.), 16:18 (10.), 25:23 (13.) 28:28 (15.), 32:35 (17.), 35:45 (20.); 39:49 (23.) 40:53 (25.), 46:57 (28.), 50:62 (30.) 54:68 (34.), 61:71 (35.), 72:75 (37.), 79:79 (Ende der Normalspielzeit); 81:81 (43.), 86:83 (Endstand)

Schiedsrichter: Toni Rodriguez/Julian Groll/Michael Gutting – Zuschauer: 9716

[td_text_with_title custom_title=“Achtung Spielverlegung“] Das Heimspiel gegen Göttingen wurde wegen der Fernsehübertragung von Sport1 erneut verlegt: Der Tag bleibt gleich (Sonntag, 29. März), Sprungball ist allerdings um 20:00 Uhr. Tickets mit den Uhrzeiten 17:00 Uhr sowie 20:15 Uhr behalten ihre Gültigkeit.

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