Zwei Jahrestage – ein Appell. Wir sind Kirche meldet sich zu Wort

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Zwei Männer mit Jahrestag. Papst Franziskus und Erzbischof Reinhard Kardinal Marx.

Bildquelle: Wikipedia

TRIER/MÜNCHEN/ROM. Am 13. März jährt sich die Wahl von Papst Franziskus zum zweiten Mal und einen Tag zuvor ist es ein Jahr her, dass der ehemalige Trierer Bischof Reinhard Marx als Kardinal und Erzbischof von München und Freising zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde. Zwei Jahrestage, die der KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“ Anlass genug sind, einen Appell sowohl an den Papst als auch an den Bayerischen Metropoliten zu richten.

Die Bewegung ruft angesichts des zweiten Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus alle Reformkräfte auf, einen konsequenten Reformkurs auf der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils weiterhin zu unterstützen und den erstarkenden innerkirchlichen Widerständen entgegenzuwirken. Kardinal Reinhard Marx, der vor einem Jahr zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden ist und auch dem Rat zur Reform der römischen Kurie angehört, steht hierbei besonders in der Pflicht, damit der vor 50 Jahren vom Konzil eingeleitete Epochenwechsel in der römisch-katholischen Kirche gelingen kann.

Mit dem Satz: „Wie sehr wünschte ich eine arme Kirche für die Armen“ knüpfte der vor zwei Jahren zum Papst gewählte Kardinal Jorge Mario Bergoglio bei der ersten Pressekonferenz nach seiner Wahl an das an, was Papst Johannes XXIII. vor Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) als seine Vision formuliert hatte. Eine Vision, die in der lateinamerikanischen Kirche überlebte, die aber viele Märtyrerinnen und Märtyrer mit dem Leben bezahlen mussten – so wie der Erzbischof von El Salvador, Oscar Romero, der am 24. März 1980 am Altar ermordet wurde und dessen Seligsprechungsprozess Papst Franziskus wieder eröffnet hat.


Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. treibt Franziskus jetzt den Erneuerungskurs in vielen Bereichen voran. Es ist ein grundlegender Kulturwechsel, der jetzt endlich das umzusetzen versucht, was das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren intendierte bezüglich innerkirchlicher Reform, Partizipation der Gläubigen, Öffnung zur Welt sowie zur Ökumene und zum Interreligiösen Dialog. Dieser Kulturwechsel wird und muss auch einen Kurswechsel bringen. Dazu müssen allerdings das Kirchenvolk und die theologischen Wissenschaften von den Bischöfen noch sehr viel stärker aktiv beteiligt werden und auch selber die Beteiligung einfordern.

Marx trägt große Mitverantwortung

Franziskus stößt Prozesse an und wählt bewusst den „Synodalen Weg“ wie bei der doppelten Familien-Synode 2014 und 2015, statt Entscheidungen „von oben“ zu fällen. Der Wechsel vom „Verbots-Modus“ in den „Dialog-Modus“ ist gerade in der katholischen Kirche für viele ungewohnt, entspricht aber der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils! Die Liste der im Februar 2015 neu ernannten Kardinäle aus aller Welt zeigt, dass er weltweite Vielfalt voranbringt. Eine Dezentralisierung der Kirchenstruktur muss folgen. Die deutschen Bischöfe, allen voran Kardinal Reinhard Marx als päpstlicher Berater bei der Kurienreform, tragen eine große Mitverantwortung daran, dass dieser Reformkurs von Franziskus greift.

Wie stark jedoch die Widerstände gegen jede Art von Reform innerhalb des Vatikans selber sind, zeigt die Tatsache, dass sich Papst Franziskus beim Weihnachtsempfang 2014 für die römische Kurie erneut genötigt sah, scharfe Kritik in aller Öffentlichkeit zu äußern. Dieser alarmierende Weckruf galt und gilt aber nicht nur den leitenden Kurialen, sondern allen Kardinälen und Bischöfen der Weltkirche, die den Kurs von Franziskus immer noch viel zu wenig unterstützen.

Steht Erzbischof Marx unter Druck?

Auch in Deutschland melden sich die Gegenströmungen mehr und mehr zu Wort. So der katholische Schriftsteller Martin Mosebach im KNA-Interview: „Ich will keinen Polit-Papst“, das genau am 78. Geburtstag von Franziskus veröffentlicht wurde. Diese Gruppen haben sich mittlerweile vom Schock des Rücktritts von Papst Benedikt und der Wahl von Papst Franziskus erholt und ihre Sprache wiedergefunden. Nach wie vor gibt es auch einflussreiche und finanzkräftige Beziehungen des emeritierten Papstes, die Kardinal Reinhard Marx stark unter Druck zu setzen scheinen.

Die Unterstützung des Kirchenvolkes hat Franziskus dagegen seit Anfang an in großem Maße. Das US-amerikanische Pew Research Center veröffentlichte im Dezember 2014 beeindruckende Zahlen. Die Umfrage in 43 Ländern zeigt eine hohe Zustimmung für Papst Franziskus von durchschnittlich 60 Prozent. Besonders hoch sind die Zustimmungsraten in Europa (84 Prozent), USA (78 Prozent) und Latein-Amerika (72 Prozent).

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