TRIER – Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Bürgermeisterin Britta Weizenegger, der fürs Ehrenamt zuständige Dezernent Ralf Britten, dazu Vertreter der Stadtratsfraktionen und mit Verena Hubertz sogar eine Bundesministerin – allein schon diese Gästeliste zeigt, wie wichtig es der Stadt ist, den ehrenamtlich engagierten Menschen zu danken.
Das Ambiente im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais am vergangenen Freitag maximal feierlich, umrahmt mit musikalischen Beiträgen von Angela Händel und Max Schuh von der Karl-Berg-Musikschule. Die Redner: einig darin, den engagierten Menschen großen Dank zu sagen.
Oberbürgermeister Wolfram Leibe würdigte anhand einiger exemplarisch genannter Geehrter die große Spannbreite des Ehrenamtes, das an diesem Abend vom Karnevalsprinzenpaar-Fahrer über Vorstandsmitglieder von Musikvereinen, bis zur Arbeit im Tanzsportclub aber auch zur Sterbebegleitung reichte.
Bundesbauministerin Verena Hubertz sagte: „Ohne Ehrenamt ist unsere Gesellschaft viel leerer. Sie passt nicht aufeinander auf. Jeder ist mehr mit sich selbst beschäftigt.“ An die Geehrten gerichtet sagte sie: „Sie sind eine ganz besondere, tragende Säule der Gesellschaft.“
Organisiert wurde der Ehrungsabend von der Trierer Ehrenamtsagentur um Andreas Schleimer. Vorschläge machen konnte im Vorfeld wie immer jeder Trierer Bürger. 2026 gingen so viele Vorschläge ein, dass es für die Ehrung eines zweiten Abends im Herbst bedarf.
Die Geehrten und ihr Einsatz im Einzelnen
Nina Schneider ist seit dem 15. Lebensjahr ehrenamtlich als Übungsleiterin tätig. Zuerst bei der Stadtgarde, heute bei TanzKULT Trier. Sie trainiert mehrere Gruppen und Solisten und begleitet sie auf Tanzturniere bis hin zu Deutschen Meisterschaften.
Lukas Walter ist seit 23 Jahren im Musikverein Pfalzel aktiv und seit sieben Jahren im Vorstand. Er ist Organisationwart und übernimmt alle technischen Aufgaben im Verein, stellt sein eigenes Equipment an Beleuchtung zur Verfügung, um bei Konzerten zum Beispiel die Kirche und den Vorplatz zu illuminieren.
Lisa Walter ist seit 18 Jahren im Musikverein Pfalzel aktiv und seit 8 Jahren im Vorstand, jetzt als Schriftführerin. Sie hat nach Corona mit der Gründung der Musikmäuse – eine musikalische Früherziehung – die Jugendarbeit im Verein wieder aktiviert und betreut zwei Gruppen mit Kindern ab 4 Jahren bis zum Grundschulalter.
Roman Andryshchak arbeitet seit 2022 im Willkommenscafé bei der Kirchengemeinde St. Matthias mit, unterstützt die Kommunikation mit den Gästen, begleitet Menschen zu Ämtern, Ärzten oder Krankenhäusern. Einen Ukrainer begleitete er bis zu dessen Tod, und organisierte die Bestattung und Überführung in die Heimat.
Hermann Bönsel engagiert sich seit über 40 Jahren im Verein KG Trier-Süd für das Kulturgut Karneval – als jahrelanges Vorstandsmitglied und Elferratsmitglied. Daneben ist er auch als Humorist auf der Bühne und unterstützt bei allen Veranstaltungen im Karneval und des Vereinslebens.
Tanja Bönsel engagiert sich seit über 35 Jahren im Verein KG Trier-Süd – als jahrelanges Vorstandsmitglied, als Gruppensprecher-Beiratsmitglied, Gardetänzerin und Elferratsmitglied. Auch sie unterstützt bei allen Veranstaltungen im Karneval und des Vereinslebens.
Jutta May engagiert sich seit vielen Jahren im Tanzsportclub Trier für den Tanzsport (Sport & Kultur) – als jahrelanges Vorstandsmitglied, Gruppensprecher-Beiratsmitglied sowie als aktives Vereinsmitglied. Ohne ihre Arbeit könnte der Verein das gesellige Leben nicht so durchführen.
Edgar May ist ebenfalls beim Tanzsportclub Trier für den Tanzsport (Sport und Kultur) engagiert. Er unterstützt insbesondere das Tanzsportzentrum als inoffizieller, freiwilliger „Facility-Manager“. Daneben ist er bei allen Aktivitäten des Vereins sehr engagiert und immer hilfsbereit.
Schwester Margret Tovar war viele Jahre in Ruanda und im Kongo tätig, wo sie Lehrerinnen ausgebildet und in ihrer Arbeit unterstützt hat. Ihre tiefe Menschlichkeit bringt sie heute in ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Hospiz Trier ein. Sowohl im ambulanten Dienst als auch im stationären Hospiz begleitet sie Menschen einfühlsam auf ihrem letzten Lebensweg.
Jürgen Pfannkuchen hat den Trimmelter Sportverein 1983 mitgegründet und ist seit Gründung im Vorstand – als Sportwart oder als 2. Vorsitzender. Neben seinem Engagement für die sportlichen Belange wie auch für den Unterhalt der vereinseigenen Sportanlage, ist er auch seit Jahrzehnten als Übungsleiter im Gesundheitssport und in der Leichtathletik.
Birgit Feltes setzt sich seit elf Jahren in der Sterbebegleitung für Menschen ein. Sie begleitet sowohl im ambulanten Dienst Menschen in ihrer letzten Lebensphase als auch Bewohner im stationären Hospiz. Darüber hinaus engagiert sie sich im Erinnerungscafé, einer wichtigen Anlaufstelle für Menschen, die einen Verlust erlitten haben.
Stefan Mayer ist Gründungsmitglied des Projekts „Repair Café Trier“ der Lokalen Agenda 21 Trier und seit 2013 bei den einmal im Monat stattfindenden Reparatur-Veranstaltungen des Projektes aktiv. Er war bei der Auszeichnung des Projektes als „Ort der Nachhaltigkeit“ durch die Verbraucherschutzministerin Katharina Binz im Jahr 2023 als (fachkundiger) Ansprechpartner dabei.
Leszek Augustyn sammelt seit vielen Jahren gemeinsam mit seinen beiden Söhnen freiwillig Müll in Tarforst. Mit seinem Engagement kümmert er sich um das Gemeinwohl und macht seinen Stadtteil Tarforst sauberer und schöner.
Karl-Heinz Heilig ist über viele Jahre im Trierer Karneval engagiert. Dort hat er vor allem viele Trierer Stadtprinzenpaare unterstützt: als zuverlässiger Fahrer und als Adjutant – aber auch in beratenden Funktionen.
Daniel Klink ist im Sport-Kegler-Verein Trier aktiv, und er ist Präsident des Deutschen Schere-Keglerbunds. Neben dem Training und der Betreuung ist Herr Klink Initiator eines inklusiven Turniers: das „Jedermann-Turnier“.
Oliver Bell engagiert sich seit vielen Jahren beim Schmit-Z e.V. als Vorstand und Leiter des Bühnenbau- und Kulissenteams der Theatergruppe und des Rosa Karnevals. Daneben ist er aktiver Ehrenamtlicher in der Kultur- und Theaterarbeit des Vereins.
Sabine Peters engagiert sich als erste Vorsitzende beim Verein Therapiepaten Trier für Menschen, die sich in akuten psychischen Krisensituationen befinden. Unter ihrer Leitung wurde ein Netzwerk von Notfallhelfern aufgebaut, das Menschen in akuten Krisen kurzfristig therapeutische Unterstützung bietet.
Katharina Braun unterstützt seit 25 Jahren wöchentlich die Villa Kunterbunt. Sie ist eines der Gesichter am Eingang, das rund 1000 erkrankte Kinder und deren Familien sehen. Sie leitet die Patienten freundlich und offen zum Therapieangebot und unterstützt das Team bei unterschiedlichen Aufgaben.
Viola Faß ist im Grußkartenverkauf für Unicef tätig und verbringt viele Stunden im Jahr, um in der Geschäftsstelle in der Neustraße regelmäßig Dienst zu leisten. Daneben verkauft sie Grußkarten auf dem Bauernmarkt, dem Handwerkermarkt und dem Trierer Weihnachtsmarkt. Weiterhin ist sie seit Jahren für Trier spielt unterwegs.
Jacqueline Rainaud ist ebenfalls ehrenamtlich im Grußkartenverkauf für Unicef tätig. Auch sie verkauft Grußkarten auf den Märkten und macht in den Schulen immer wieder auf die Kinderrechte aufmerksam, indem sie Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrkräfte umfassend informiert.
Gabriele Jakobs ist ehrenamtlich in der Grundschule Heiligkreuz engagiert. Dort kommt sie einmal pro Woche zur Lese- und Sprachförderung mit kleinen Gruppen. Heute unterstützt sie mit ihrer Förderung vorrangig Kinder mit Migrationshintergrund am Nachmittag.
Adele Lösel fördert jeden Freitag Kinder im Lesen in der Grundschule Mariahof. Sie liest mit Kindern, hilft bei der Aussprache und schult Vokabular. Sie hilft Lesetexte aus der Fibel zu wiederholen, fördert aber auch Kinder, die vorlesen möchten.
Irene Beßlich engagiert sich wöchentlich als Lesepatin in der Grundschule Heiligkreuz. Mit kleinen Gruppen beschäftigt sie sich mit Themen rund um das Thema Lesen in der Schülerbücherei. Sie hilft Kindern auch, das Lesen zu üben.
Sarah Oesch hat den Vorsitz des Pro Familia Ortsvorstands übernommen. Daneben hat sie das Jugendnetzwerk „pia – pro familia in action“ aufgebaut. In ihren Funktionen übernimmt sie viele öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, zum Beispiel die monatlichen Stammtische.
Marietta Weber engagiert sich seit acht Jahren einmal wöchentlich für das Demenzzentrum Trier – und zwar in einer Paar-Sportgruppe. Dort unterstützt sie eine Übungsleiterin in der Umsetzung des gezielt für demenzerkrankte Menschen erarbeiteten Programms.
Uwe Schmidt ist seit dem fünften Lebensjahr im Karnevalverein Palenzia aktiv. Als Fahrer bringt er den Verein sicher durch alle Karnevalsumzüge. Im Jahr 2020 war er Karnevalsprinz in Pfalzel. Zudem ist er zweiter Sitzungspräsident und zweiter Vorsitzender des Vereins.
Gabriele Rüffer und Clarissa Schmithüsen haben die regionale Gruppe „Omas gegen Rechts Trier“ initiiert. In kurzer Zeit konnten sie eine große Gruppe mobilisieren und organisieren. Sie arbeiten seither regelmäßig in unterschiedlichen Arbeitsgruppen zusammen. In diesen Gruppen entstehen unter anderem Ideen und Planungen für neue Aktionen, die in kurzen Zeitabständen in der Stadt umgesetzt werden. Es werden Infomaterialien gestaltet, Argumentationsstrategien erarbeitet und Argumentationshilfen erstellt, analog wie digital.
Rita Woods ist seit 1992 im Vorstand des Fördervereins Frauenhaus Trier aktiv. Mit ihrer Arbeit trägt sie dazu bei, das Thema Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit zu enttabuisieren und Gelder für das Frauenhaus Trier zu akquirieren. Durch ihr Engagement ist der Förderverein in der Lage, Einzelfallhilfen für Frauen und Kinder zu leisten, die in Not geraten sind.
Ruth Becker unterstützt seit vier Jahren wöchentlich die Grundschule Tarforst. Sie hilft beim Mittagessen der Kinder. Außerdem unterstützt sie verschiedene Kinder in den Lernzeiten bei den Hausaufgaben und unterstützt bei den Freispielpausen.
Anna Warnking war von Beginn an am Aufbau des Treffpunkt am Weidengraben (taw) beteiligt. Seit 1990 engagiert sie sich im Vorstand, seit 2005 als Vorsitzende. Insbesondere bei Umstrukturierungen, Herausforderungen und Weiterentwicklung der Angebote übernimmt sie immer wieder eine wichtige und unterstützende Rolle.

















