Trier/Eifel. Ein seltenes Naturschauspiel hat in der Nacht auf den 20. Januar 2025 auch den Himmel über Rheinland-Pfalz erleuchtet: Ein außergewöhnlich starker geomagnetischer Sturm sorgte dafür, dass Polarlichter (Aurora Borealis)bis weit in den Süden Deutschlands sichtbar waren. Selbst in Regionen rund um Trier, den Erbeskopf und in Teilen der Eifel konnten Himmelsbeobachter die farbigen Lichtschleier am Nachthimmel erkennen – ein Ereignis, das in diesen Breiten nur sehr selten vorkommt.
Nordlichter sichtbar
Auslöser war ein heftiger Sonnensturm der Kategorie G4, der nach einem starken Ausbruch auf der Sonne die Erde traf. Der sogenannte Kp-Wert, ein Maß für geomagnetische Aktivität, erreichte in dieser Nacht Werte um 8 – hoch genug, um Polarlichter bis nach Süd- und Westdeutschland zu ermöglichen. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte, dass selbst aus Rheinland-Pfalz entsprechende Sichtungen gemeldet wurden, auch wenn örtlich Nebel und Hochnebel die Sicht einschränkten.
Besonders gute Beobachtungsbedingungen herrschten auf den Höhenlagen der Eifel und am Erbeskopf, wo sich zahlreiche Hobbyastronomen versammelten. Dort zeigten sich grünliche, rötliche und teils violette Lichtbögen, die mit bloßem Auge sichtbar waren. In Tallagen – etwa rund um Trier – war das Phänomen teils nur fotografisch oder zeitweise zu erkennen.
Warum Polarlichter so weit südlich leuchteten
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne entlang des Erdmagnetfelds auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in der Atmosphäre treffen. Normalerweise spielt sich dieses Schauspiel in Polnähe ab. Bei extrem starker Sonnenaktivität – wie in dieser Januarnacht – weitet sich die Polarlichtzone jedoch deutlich nach Süden aus.
Meteorologen sprechen von einem seltenen Ereignis, begünstigt durch das aktuelle Sonnenzyklus-Maximum 2025/2026, in dem besonders viele und starke Sonnenstürme auftreten können.
Kommt bald das nächste Polarlicht?
Für die kommenden Nächte rechnen Experten zwar mit leicht erhöhter Sonnenaktivität, ein erneutes Polarlicht-Spektakel dieser Größenordnung gilt jedoch als eher unwahrscheinlich. Prognostiziert werden Kp-Werte um 5 bis 6, was meist nur für Sichtungen in Norddeutschland ausreicht. Dennoch gilt: Überraschungen sind möglich – vor allem bei klarem Himmel und in dunklen, hochgelegenen Regionen.
Fazit
Die Polarlichter über Rheinland-Pfalz und der Eifel im Januar 2025 gehen als außergewöhnliches Himmelsspektakel in die regionale Wettergeschichte ein. Sie zeigen eindrucksvoll, dass selbst in Rheinland-Pfalz Nordlichter möglich sind – wenn die Sonne kräftig genug „Sturm läuft“. Für viele Beobachter war es eine magische Nacht, die wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Quellen: Deutscher Wetterdienst (DWD), NOAA/SWPC, dpa, Polarlicht-Vorhersage.de, eigene Recherchen und Social-Media-Beobachtungen


















