Evangelische Kirche unter Spardruck: Millionen-Einsparungen treffen auch soziale Projekte

0
Dunkle Wolken über einer Kirche. Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Schmerzhafte Entscheidungen stehen bevor: Die Evangelische Kirche im Rheinland plant einen harten Sparkurs. Wegen sinkender Mitgliederzahlen sollen in den kommenden Jahren Millionen eingespart werden – auch bei sozialen Projekten. Die Kirchenleitung betont jedoch: Trotz knapper Kassen wolle man weiterhin für die Menschen da sein.

Sparkurs bei der Evangelische Kirche im Rheinland

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) reagiert auf rückläufige Mitgliederzahlen mit einer umfassenden Finanzstrategie, die deutliche Einschnitte vorsieht. Nach einem Vorschlag der Kirchenleitung sollen künftig weniger Mittel unter anderem in die Diakonie, die Entwicklungshilfe sowie in einen Arbeitslosenfonds fließen.

Darüber hinaus plant die Kirche, sich von ihren Studentenwohnheimen zu trennen. Auch bei den evangelischen Schulen sollen Eltern künftig stärker an der Finanzierung beteiligt werden.

Präses Latzel: „Jeder Euro tut weh“

Präses Thorsten Latzel machte deutlich, wie schwierig die Entscheidungen für die Kirchenleitung sind:

„Jeder Euro, den wir bei dieser Arbeit einsparen müssen, tut weh. Und wir haben da intensiv wirklich um jeden Euro gerungen.“

Besonders schmerzhaft sei es, gerade bei Projekten für sozial Schwächere sparen zu müssen:

„Selbstverständlich schmerzt es uns, wenn wir gerade bei den Schwächsten, gerade in der jetzigen Zeit sparen müssen.“

Gleichzeitig betonte Latzel, dass der Sparkurs angesichts der finanziellen Entwicklung alternativlos sei.

Ziel: 33 Millionen Euro bis 2030 einsparen

Bis Montag berät die Landessynode, das Kirchenparlament der EKiR, über die geplanten Maßnahmen. Ziel ist es, im landeskirchlichen Haushalt bis 2030 mindestens 33 Millionen Euro einzusparen.

Die Debatte sorgt bereits im Vorfeld für Unruhe: Mehrere Gruppen haben Proteste gegen die Sparvorschläge der Kirchenleitung angekündigt.

Kirche will trotz Einschnitten präsent bleiben

Die große Herausforderung sei es, erklärte Latzel, auch als kleinere Kirche mit weniger Mitteln handlungsfähig zu bleiben:

„Die Herausforderung ist, auch als eine kleinere Kirche mit weniger Mitteln weiter für andere da zu sein.“

Die Kirchenleitung betont, dass trotz der Einsparungen das soziale Engagement nicht aufgegeben, sondern neu priorisiert werden solle.

Zweitgrößte Landeskirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche im Rheinland erstreckt sich über Gebiete in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Mit rund zwei Millionen Mitgliedern ist sie die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.