Leere Kassen im Bistum Trier: Jetzt sollen Eltern freiwillig mitzahlen!

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Menschen gehen über den Domfreihof vor dem Dom.Harald Tittel/dpa

TRIER. Sinkende Kirchensteuern, steigende Kosten: Das katholische Bistum Trier sucht weiter nach Wegen aus der finanziellen Schieflage. Neben einem harten Sparkurs setzt die Diözese nun auch auf freiwillige Elternbeiträge an kirchlichen Schulen – und hofft damit auf zusätzliche Millionen-Einnahmen.

Haushaltsplan 2026: Neue Einnahmen im Fokus

Bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2026 machte das Bistum deutlich, dass die Konsolidierung der Finanzen weiter höchste Priorität hat. Ein zentraler Baustein dabei: die Einführung eines freiwilligen Elternbeitrags an kirchlichen Schulen.

Nach ersten Schätzungen könnten dadurch rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr eingenommen werden. „Wir gehen davon aus, dass die Akzeptanz der Maßnahme mit der Zeit steigen wird“, erklärte der Leitende Direktor Andreas Trogsch.

Elternbeiträge ab dem Schuljahr 2026/2027

Geplant ist, den freiwilligen Elternbeitrag ab dem Schuljahr 2026/2027 an 15 von insgesamt 20 Schulen des Bistums Trier einzuführen. Trotz der angespannten Haushaltslage sei das Interesse an den kirchlichen Schulen weiterhin hoch.

„Das Interesse daran, Kinder an unseren kirchlichen Schulen anzumelden, ist nach wie vor ungebrochen groß“, so Trogsch.

Die bisherigen Rückmeldungen der Eltern seien mehrheitlich positiv, betonte das Bistum. Der Beitrag sei ausdrücklich freiwillig und solle die Schulen langfristig absichern.

Kirchenland als Einnahmequelle

Neben den Elternbeiträgen setzt das Bistum Trier verstärkt auf zusätzliche Einnahmen aus Grund und Boden. Besonders gefragt sei Kirchenland für:

  • Solarparks

  • Windkraftanlagen

  • Batteriespeicher

Die Nachfrage sei weiterhin hoch und sichere den Kirchengemeinden langfristige Pachteinnahmen, hieß es aus dem Bistum. Damit will die Kirche auch von der Energiewende profitieren.

Sparkurs seit 2021 – Einsparungen in Millionenhöhe

Der finanzielle Druck ist nicht neu. Bereits 2021 startete im Bistum Trier ein umfassender Haushaltssicherungsprozess. Seither wurden mehr als 150 Sparmaßnahmen in nahezu allen Bereichen auf den Weg gebracht.

Ziel ist es, die Ausgaben in den kommenden Jahren um rund 100 Millionen Euro zu senken. Die strikte Umsetzung des Sparkurses bleibe notwendig, um sich „einer stabilen schwarzen Null im Verwaltungsergebnis zu nähern“, sagte Trogsch.

  • Leere Kassen im Bistum: Jetzt sollen Eltern freiwillig mitzahlen

Defizit bleibt – schwarze Null noch nicht erreicht

Trotz aller Maßnahmen rechnet das Bistum für das Jahr 2026 weiterhin mit einem Defizit von rund 5,7 Millionen Euro. Die finanzielle Lage bleibt also angespannt.

Zum Bistum Trier gehören aktuell rund 1,1 Millionen Katholikinnen und Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

3 Kommentare

  1. Ich habe ja so ein Mitleid mit der Kirche. Am besten, ich trete wieder ein und zahle gerne die Kirchensteuer von meiner Rente – Ironie aus.
    Der Staat, die Steuerzahler, sorgen doch schon dafür, das Bischöfe und Kardinäle hier nicht hungern müssen.
    Die Kirchen sollen sich an den Vatikan halten, der auf ein Multimilliarden Vermögen sitzt.

    • da haben Sie auf jeden Fall recht, wobei die Kirchen in Deutschland selber auf genug Geld sitzen – dann muss man eben mal Grund und Boden zu Geld machen und das Geld was man erwirtschaftet nicht ebenfalls in der Welt verteilen und das Geld sinnvoll einsetzen

  2. Die Kirche ist ein Verein der seit Menschengedenken mit und ohne Gewalt zu Reichtum gekommen ist.
    Es war schon immer eine Stärke dieser Organisation den Klingelbeutel von den Armen, aber Gutgläubigen füllen zu lassen.

    Mit dem Glauben ist eben „gut Geschäft“ machen.

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