EISENBERG/SAARBRÜCKEN. Besonders komplexe Operationen konzentrieren sich nach Darstellung der AOK in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zunehmend auf routinierte Krankenhäuser. Die notwendigen Mindestmengen an besonders anspruchsvollen, komplizierten und planbaren Eingriffen seien ein wichtiges Instrument, um die Behandlungsqualität und Patientensicherheit in den Kliniken zu stärken, teilte die Krankenkasse mit.
In Rheinland-Pfalz und dem Saarland zeige sich dies deutlich. Die Konzentration der Eingriffe an spezialisierten Standorten trage maßgeblich zu einer Qualitätssteigerung in der medizinischen Versorgung bei, betonte die AOK.
Beispiel Implantation von Kniegelenk-Totalendprothesen: 2025 sei dies in Rheinland-Pfalz noch an 51 Standorten und im Saarland an 12 möglich gewesen. 2006 werde sich die Zahl in Rheinland-Pfalz auf 46 Klinikstandorte reduzieren.
Herztransplantationen gehören zu den komplexen Eingriffen
Herztransplantationen seien nach einem Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses ab 2026 nur noch an Standorten möglich, an denen mindestens zehn solcher Eingriffe im Jahr Standard sind. Diese Vorgabe erfülle in Rheinland-Pfalz und dem Saarland kein einziges Krankenhaus – wohl aber in Heidelberg und dem hessischen Bad Nauheim.
Die Mindestmengen gelten für zehn besonders komplexe Behandlungsfelder. Lebertransplantationen oder chirurgische Behandlungen des Lungenkarzinoms bei Erwachsenen gehören beispielsweise auch dazu.
AOK: Mindestmengen führen zu höherer Qualität und zu Austausch
«Wir sehen, dass die Mindestmengenregelung nicht nur zur Qualitätssteigerung führen, sondern auch den Austausch zwischen den Leistungserbringern fördern», sagte die Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Martina Niemeyer. «Kliniken gehen verstärkt in den Dialog, auch untereinander, bilden Kooperationen und Netzwerke – insbesondere auch sektorenübergreifend wie beispielsweise mit spezialisierten Zentren.»
Eine sogenannte Mindestmengen-Transparenzkarte der AOK gibt einen bundesweiten Überblick über alle Kliniken, die 2026 Mindestmengen-relevante Operationen mit besonders hohen Risiken für die Patientinnen und Patienten durchführen dürfen. (Quelle: dpa)














