Erster inklusiver Waldweg in Trier eröffnet

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Ulrich Strobel, stellvertretender Vorsitzender des Behindertenbeirats, testet den neu eröffneten „Weg für alle“ im Falschen Biewertal. Foto: Stadt Trier

TRIER – Wald und Barrierefreiheit – das schließt sich meistens aus. Aber warum sollte, wer im Rollstuhl sitzt, nicht in den Genuss eines schönen Waldspaziergangs kommen?

Um hier Abhilfe zu schaffen, haben der Behindertenbeirat und die Revierförsterei Weißhaus/Pfalzel im Falschen Biewertal nun Nägel mit Köpfen gemacht: Der Nordic Walking-Weg, der sich über 1,8 Kilometer durch das gesamte Tal vom Bolzplatz Biewer bis zum Parkplatz Weißhauswald zieht, musste ohnehin instandgesetzt werden – die Gelegenheit, ihn auch gleich für Rollstühle befahrbar zu machen. Unebenheiten wurden ausgeglichen, Geäst und heruntergefallenes Laub entfernt, Neigungen angepasst.

Für Gerd Dahm, den Vorsitzenden des Behindertenbeirats, ist die Eröffnung des ersten inklusiven Wanderwegs in Trier ein besonderer Tag: „Ich bin sehr froh, dass wir damit auch die Möglichkeit eröffnen, dass Familien gemeinsam durch den Wald können. Das bedenken viele nicht, dass die rollstuhlnutzende Person innerhalb einer Familie immer das Hemmnis darstellt“, erklärt Dahm.

Damit sich bei der Eröffnung auch Nicht-Rollstuhlfahrer einen Eindruck davon verschaffen konnten, wie es sich auf dem neuen Waldweg so fährt, hatte Gerd Dahm extra zwei Rollstühle zum Testen mitgebracht. Baudezernent Dr. Thilo Becker zieht aus seiner Testfahrt das Fazit: „Es ist auf jeden Fall anstrengend, man spürt es definitiv in den Armen. Man muss auch um die ein oder andere kleine Erhebung oder im Weg liegende Steine geschickt drumherum steuern, aber es ist insgesamt sehr gut nutzbar.“ 

Wem es unterwegs zu anstrengend wird, dem bieten sich durch mehrere Querungen, die auf die parallel verlaufende asphaltierte Straße führen, immer wieder Abkürzungsmöglichkeiten. „Das hat den Vorteil“, erklärt Ulrich Strobel, stellvertretender Vorsitzender des Beirats, „dass man hier eine sehr fordernde Strecke hat, die auch sehr natürlich ist, aber jederzeit abkürzen kann und über ein bequemes Stück mit einer guten Befestigung und leichtem Gefälle wieder relativ mühelos zum Ausgangspunkt zurückkommt.“ 

Die gesamte Schleife über Waldboden und Asphalt ist 3,5 Kilometer lang. Für die Revierförsterei bedeutet die Pflege des Weges einen geringen Mehraufwand. Für Rollstuhlfahrende in Trier wiederum ist es ein Stück mehr Freiheit und Lebensqualität. „Alle Menschen haben natürlich das Bedürfnis, auch mal raus in die Natur zu kommen und nicht immer nur in der Stadt unterwegs zu sein“, stellt Baudezernent Becker fest: „Dieser Weg bietet nun eine Möglichkeit für alle, dieses Erholungsangebot im Wald zu nutzen.“

Der Weg ist auch im Geoportal der Stadt hinterlegt.

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