Viele Hauseigentümer beschäftigen sich heutzutage mit dem Kauf einer Solaranlage. Sie möchten ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern, unabhängiger von öffentlichen Stromanbietern werden und ihre eigene Energie produzieren.
Es wäre allerdings falsch, einfach „irgendeine“ Anlage zu kaufen. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Daher ist es wichtig, die verschiedenen Varianten zueinander in Bezug zu setzen, um klassische Fehler beim Kauf zu vermeiden.
Fehler Nr. 1: Die falsche Größe
Eine moderne PV-Anlage mit Speicher nimmt Platz in Anspruch – je nach Modell mal mehr, mal weniger. Oft fällt es Interessenten jedoch schwer, sich für die richtige Dimensionierung zu entscheiden. Denn: Viele Eigentümer unter- oder überschätzen die Kapazität der jeweiligen Modelle. Wer sich für eine zu kleine Anlage entscheidet, produziert weniger Energie als eigentlich möglich wäre. Zu große Anlagen sind unnötig teuer und werden nur selten mit ihrem Potenzial genutzt. Umso wichtiger ist es, den eigenen Stromverbrauch vor dem Kauf einer Anlage zu analysieren. Durch die Beratung eines Fachbetriebs ist es dann möglich, das Modell zu finden, das am besten zu den eigenen Ansprüchen passt.
Fehler Nr. 2: Ein qualitativ nicht überzeugender Speicher
Nicht nur bei der Suche nach einer PV-Anlage, sondern auch bei der Wahl des passenden Speichers gilt es, genau hinzuschauen. Hier existieren mitunter deutliche Unterschiede in Bezug auf die Lebensdauer, die Kapazität, den Wirkungsgrad und die Kosten. Günstigere Geräte helfen zwar, im ersten Moment zu sparen, können gegebenenfalls jedoch einen höheren Wartungsaufwand nach sich ziehen. Daher ist es sinnvoll, in einen hochwertigen Batteriespeicher zu investieren und auch einen Blick auf die Garantiebedingungen und den Service des Herstellers zu werfen. In der Regel stehen vor allem Lithium-Ionen-Batterien für eine lange Lebensdauer.
Fehler Nr. 3: Eine nicht optimale Integration in das Stromnetz
Auch hierbei handelt es sich um ein Detail, das oft in Vergessenheit gerät. Egal, ob beim Wohnen im Grünen oder in der Stadt: Wer seine Solaranlage nicht richtig integriert, kann sicherstellen, dass der erzeugte Strom effizient genutzt und (falls ein Speicher vorhanden ist) gespeichert wird.
Ein Detail, das in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle spielt, ist der Wechselrichter. Seine Aufgabe ist es, den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Zudem kann ein EMS („Energie Management System“) dabei helfen, den Stromverbrauch zu optimieren und die Effizienz der Anlage zu erhöhen.
Fehler Nr. 4: Das Ignorieren von Fördermöglichkeiten
Wer als Hauseigentümer in erneuerbare Energien investieren möchte, kann sich in vielen Ländern (unter anderem auch in Deutschland) finanziell vom Staat unterstützen lassen. Die verschiedenen Möglichkeiten können den Preis einer Solaranlage mitunter deutlich senken.
Viele Interessenten begehen jedoch den Fehler, nicht ausreichend in Bezug auf Förderoptionen zu recherchieren, und verzichten so unbewusst auf diese Form der Unterstützung.
Daher gilt es, sich umfassend über staatliche Förderprogramme zu informieren, um von ihnen profitieren zu können. In Deutschland können Käufer unter anderem von zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen profitieren. Einer der wichtigsten Anbieter ist in diesem Zusammenhang die KfW. Aber auch über die BEG („Bundesförderung für effiziente Gebäude“) ist es möglich, die Investitionskosten zu reduzieren.
Ein Energieberater hilft dabei, Fehler zu vermeiden und die beste Lösung für die individuelle Situation zu finden.
Fehler Nr. 5: Das Ignorieren der vorgegebenen Wartungsintervalle
Die Solaranlage wurde installiert? Wunderbar! Dann ist es nun an der Zeit, den selbstproduzierten Strom zu nutzen! Damit die Anlage allerdings effizient arbeiten kann, braucht es eine regelmäßige Wartung und Pflege. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Anlage das Potenzial, das ihr eigentlich zur Verfügung steht, nicht nutzen kann.
Wichtige Aufgaben, die im Rahmen der Wartung eine entscheidende Rolle spielen, sind unter anderem:
- die Reinigung der einzelnen Solarpanels
- die Überprüfung des Wechselrichters
- die Kontrolle des Speichers.
Wer hier regelmäßig nachschauen lässt, kann umfangreicheren Defekten oft gut vorbeugen. Mithilfe fester Wartungsverträge lässt sich sicherstellen, dass die empfohlenen Checks nicht vergessen werden. Viele Hersteller bieten unter anderem Kontrollen per Fernwartung, so dass es nicht nötig ist, separate Termine zu vereinbaren.
Fest steht: Die Nachfrage nach Solaranlagen und nachhaltigen Lösungen dürfte jetzt, wo vor Kurzem der wärmste Juni in Westeuropa seit Aufzeichnungsbeginn gemessen wurde, noch weiter steigen.



















