Trierer Stadtrat bringt Schulsozialarbeit an Gymnasien auf den Weg – Start für 2026 geplant

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Symbolbild; Der Trierer Stadtrat; Foto: Trierer Rathaus Zeitung

TRIER. Ein Beschluss mit Signalwirkung: Der Trierer Stadtrat hat auf Antrag des Jamaika-Bündnisses (CDU, Grüne, FDP) mit nur einer Enthaltung beschlossen, ab dem Jahr 2026 Schulsozialarbeit auch an städtischen Gymnasien einzuführen. Vorgesehen sind 2,5 Stellen, für deren Finanzierung das Land eine 50-prozentige Förderung in Aussicht gestellt hat.

Die Entscheidung folgt einer Empfehlung des aktuellen Kinder- und Jugendförderplans 2024, der betont, dass der Bedarf an sozialpädagogischer Unterstützung auch an Gymnasien inzwischen deutlich gestiegen sei. Gründe sind unter anderem der gesellschaftliche Wandel, zunehmende psychische Belastungen bei Jugendlichen und der Einfluss von Social Media.

Fraktionen einig: Bedarf ist längst da

In der Debatte waren sich viele Fraktionsvertreterinnen und -vertreter über die Notwendigkeit einig. Für Isabell Meurer-Raßkopf (CDU) ist die Maßnahme ein „wichtiger Baustein zur Entwicklung junger Menschen und zur Prävention“. Auch Carola Siemon (SPD) verwies auf eine Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten – auch bei Gymnasiastinnen und Gymnasiasten.

Bernhard Hügle (Grüne) betonte, der Bedarf sei „unstrittig“, auch weil viele Eltern im Alltag überfordert seien. Michael Frisch (AfD) unterstützte den Antrag ebenfalls, warnte aber, dass man hier „einen Reparaturbetrieb für gesellschaftliche Symptome“ einrichte – mit entsprechend hohem Mitteleinsatz.

Kritik an späten Plänen – Jugendparlament begrüßt Vorstoß

Marc-Bernhard Gleißner (Die Linke) kritisierte, dass ein nahezu identischer Antrag seiner Fraktion bereits im Zuge der letzten Haushaltsberatungen abgelehnt worden sei: „Dann hätten wir schon zum nächsten Schuljahr starten können.“ Zustimmung kam dagegen von Joachim Gilles (FDP), Daniel Klingelmeier (Freie Wähler) und Christian Schenk (UBT). Auch das Jugendparlament Trier begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. Sprecher Louis Seifer betonte: „Vor allem durch Social Media und die Folgen von Corona ist der psychische Druck auf viele Jugendliche in den letzten Jahren deutlich gestiegen.“

Mit der Entscheidung reagiert die Stadt Trier auf eine Entwicklung, die sich in vielen deutschen Städten abzeichnet: Schulsozialarbeit wird zunehmend auch an Gymnasien als notwendige Unterstützung im Schulalltag verstanden – und nicht mehr nur als Hilfe für sogenannte „Problemstandorte“.

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