Medizinischer Dienst in RLP: 126 Behandlungsfehler im letzten Jahr bestätigt

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Foto: Symbolbild / pixabay

MAINZ. Im Jahr 2023 führte der Medizinische Dienst Rheinland-Pfalz insgesamt 466 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern durch. In 27,1 Prozent der Fälle bestätigte sich der Verdacht, was 126 nachgewiesenen Fehlern entspricht.

Bei rund 20 Prozent dieser bestätigten Fälle, also in 93 Fällen, konnte nachgewiesen werden, dass der Fehler direkt für den entstandenen Schaden verantwortlich war. Nur in diesen Fällen besteht für die betroffenen Patientinnen und Patienten eine Aussicht auf Schadensersatz.

Viele Fälle bleiben unentdeckt

Diese Zahlen geben nach dem Medizinischen Dienst in Rheinland-Pfalz allerdings nur einen begrenzten Einblick in das tatsächliche Ausmaß von Behandlungsfehlern, da viele Fälle unentdeckt bleiben. In Deutschland gibt es keine zentrale Erfassung, und viele Betroffene erkennen die Fehler nicht und lassen sie daher nicht überprüfen.

Der Medizinische Dienst setzt sich laut seinem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Jürgen Koehler seit Jahren für mehr Transparenz und eine systematische Verbesserung der Patientensicherheit ein.

Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten „Never Events“ – schwerwiegende, aber vermeidbare Fehler wie Patientenverwechslungen, falsche Seitenoperationen oder das Zurücklassen von OP-Material im Körper. Solche Vorfälle weisen nicht auf individuelles Versagen hin, sondern auf systemische Risiken im Versorgungsprozess, etwa wenn bekannte Sicherheitsvorkehrungen wie Checklisten oder Markierungen vor Eingriffen nicht beachtet werden.

(Quelle: Medizinischer Dienst Rheinland-Pfalz)

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