EM: Keine Anmeldung auf großen Trierer Plätzen – Warum „Public-Viewing“ seinen Reiz verloren hat

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Public-Viewing auf einer Fanmeile; Symbolbild; dpa

TRIER. Public Viewing, das gemeinschaftliche Schauen von Sportveranstaltungen auf großen Leinwänden auf öffentlichen Plätzen oder in Bars, war lange Zeit ein beliebtes Event. Vor allem während Fußball-Welt- und Europameisterschaften zog es Tausende von Fans in Deutschland in seinen Bann. Doch in den letzten Jahren hat die Begeisterung hierzu merklich nachgelassen – Public Viewing macht vielen Menschen einfach keinen Spaß mehr. Warum das so ist, welche störenden Nachteile es gibt und wie die aktuelle Situation zur Europameisterschaft 2024 in der Stadt Trier ist.

Public Viewing, wie es in Deutschland vor allem durch das „Sommermärchen“ bei der Fußball-Heim-WM 2006 populär geworden ist, erfreut sich immer weniger Beliebtheit. Viele Menschen meiden diese Veranstaltungen und ziehen es vor, die Spiele im kleinen Rahmen zu schauen. „Gemütlich in kleiner Runde gefällt mir am besten. Wir haben die letzten Turniere schon so verfolgt – wetterunabhängig, das heimische Übertragungsbild ist besser und man spart sich auch noch die teueren Getränkepreise„, schreibt uns beispielsweise Leser Markus aus dem Trierer Osten.

So wie Markus meiden mittlerweile viele die entsprechenden Veranstaltungen – häufig genannte Nachteile eines Public-Viewing sind weiter:

  •   Fehlender Komfort
    Bei beliebten Spielen sind die Veranstaltungsorte oft bis zum Bersten voll, was bedeutet, dass man eng gedrängt steht oder sitzt. Der Komfort bleibt dabei auf der Strecke – Lange Wartezeiten inklusive!

  • Wetterabhängigkeit
    Public Viewing findet in der Regel im Freien statt und ist somit stark vom Wetter abhängig. Regen, Kälte oder extreme Hitze können das Erlebnis schnell verderben. Selbst bei gutem Wetter kann die Sonneneinstrahlung auf Dauer unangenehm werden.

  • Hohe Kosten
    Teure Getränke und Snacks summieren sich schnell. Für Familien oder Gruppen von Freunden kann ein Besuch beim Public Viewing zu einer kostspieligen Angelegenheit werden. Der Preis steht dabei oft in keinem Verhältnis zum gebotenen Komfort.

  • Technische Schwierigkeiten
    Technische Probleme sind bei Public Viewings keine Seltenheit. Schlechte Bildqualität, Tonausfälle oder Signalverzögerungen können den Spaß erheblich mindern. Im eigenen Wohnzimmer hat man diese Probleme selten, da man die Kontrolle über die Technik hat und schnell reagieren kann, falls etwas nicht funktioniert.

    Public Viewing hat seinen Reiz verloren – lediglich eine Anmeldung bei der Stadt Trier

    Das gemeinsame Schauen hat seinen Reiz verloren – Wetter, fehlende technische Qualität sowie teure Getränke werden oft als Argumente genannt. Foto: Symbolbild; dpa

    Auf Lokalo.de Nachfrage, ob der Stadt Trier „Public-Viewing“ Anmeldungen vorliegen, erklärt Pressesprecher Michael Schmitz: „Es liegen bisher keine Anträge vor, eine größere öffentliche Fläche für ein solches Public Viewing zu nutzen, beispielsweise den Viehmarkt oder einen anderen städtischen Platz.

    Eine Veranstaltung in etwas größerem Rahmen (bis zu 300 Besucher) sei jedoch für einen Außenbereich am Zurlaubener Ufer angemeldet worden. Nach einer Veröffentlichung in den sozialen Medien handelt es sich dabei um die Grünfläche neben einem Hähnchen-Imbiss. Die entsprechende Fläche steht jedoch am EM-Final-Wochenende nicht zur Verfügung, da diese – wie in den letzten Jahren auch – teil des beliebten Zurlaubener Heimatfestes ist, wie die Veranstalter mitteilen.

    Fazit

    Public Viewing hat scheinbar seinen Reiz verloren und viele Nachteile, die dazu führen, dass immer weniger Menschen daran teilnehmen möchten. Wetterabhängigkeit, Lärm, hohe Kosten, fehlende Privatsphäre und technische Probleme sind nur einige der Gründe. Viele bevorzugen den Komfort und die Bequemlichkeit, Spiele zu Hause oder in kleinen, privaten Gruppen anzuschauen. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Anmeldungen bei der Stadt Trier nieder. Auch in anderen rheinland-pfälzischen Städten wie Kaiserslautern oder Ludwigshafen wird es laut SWR keine großen Angebote auf öffentlichen Plätzen geben. Die Zeit des Public-Viewings scheint also vorbei!

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    4 Kommentare

    1. Ich denke die stärkeren Gründe sind nicht genannt:

      Die Leute identifizieren sich nicht mehr mit „Der Mannschaft“. Dazu das merkelig angestiegene Gefahrenpotential im öffentlichen Raum und die allgemeinen Kostensteigerungen – wer will da für ein Bier Preise zahlen, die nun mal aufgerufen werden (müssen).

      Für mich war 2014 Schluss nachdem der aufopernd kämpfende Schweini seine Jungs zum Sieg geführt hat. Dazu: Deutschland schafft sich ab… nicht erst seit, aber spätestens ab 2015. Ich geh lieber in den Wald.

    2. Soll die Stadt besser das Geld mal für Instandsetzung in der Stadt ausgeben oder Straßen reparieren die es mal nötig haben aber dafür sind die trierer zu behindert..

    3. Zitat: “ Dazu das merkelig angestiegene Gefahrenpotential im öffentlichen Raum … “

      Diese Forumierung ist hervorragend.Kompliment!!!!

      Rosa Trikots finde ich auch nicht gut …..

    4. Auf ein staatlich verordnetes Regenbogen-Public-Viewing hat doch keiner Bock.
      Dann lieber Zuhause mit Stubbi, Bratwurst und Deutschlandfahne.

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