Kriegsverbrechen und Mord: Prozess gegen Ex-IS-Mitglied beginnt

Ein 44-Jähriger soll sich 2015 dem Islamischen Staat angeschlossen haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm eine Beteiligung an grausamen Taten vor.

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Die Fahne der Terrormiliz IS. Foto: dpa/Archivbild

KOBLENZ. Ein Prozess gegen ein mutmaßliches Ex-Mitglied der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) beginnt an diesem Montag (10.00 Uhr) vor dem Oberlandesgericht Koblenz. Der 44-jährige Syrer soll sich 2015 dem IS angeschlossen und sich auch an der Hinrichtung von Gefangenen beteiligt haben.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem eine Mitgliedschaft an einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Kriegsverbrechen und Mord vor. Der Angeklagte habe sich im Mai 2015 als Kämpfer der Terrormiliz angeschlossen, als diese seinen damaligen Wohnort in Syrien einnahm. Im selben Jahr habe er insgesamt vier Gefangene, laut Mitteilung Kämpfer der oppositionellen Freien Syrischen Armee, zu ihrer Hinrichtung gebracht. Einen der Gefangenen soll die Gruppe mit einem Seil an einem Fahrzeug festgebunden und durch die Stadt geschleift und so getötet haben. Er soll auch an der Festnahme von Zivilisten beteiligt gewesen sein. An einem Checkpoint des IS soll er zudem aus kurzer Entfernung mehrfach auf eine flüchtende Person geschossen haben, wobei er deren Tod in Kauf genommen habe.

Der Angeklagte soll bis Ende Juni 2015 vor Ort Mitglied des IS gewesen sein. Der 44-Jährige wurde im März 2023 schließlich in Mainz verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. (Quelle: dpa)

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