Streik im Busgewerbe: Verdi und Klimaaktivisten fordern Verdoppelung des ÖPNV

Die einen treten in den Warnstreik, die anderen demonstrieren. Ein Ausstand von Busfahrern trifft auf Kundgebungen von Fridays for Future. Es geht um Klimapolitik und Arbeitsbedingungen.

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Beschäftigte nehmen an einem Warnstreik teil. Foto: Stefan Sauer/dpa/ZB/Symbolbild

MAINZ. Fridays for Future (FFF), die Gewerkschaft Verdi und Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs demonstrieren am Freitag in Mainz gemeinsam für eine Verkehrswende und bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr. Mainz beteilige sich damit am bundesweiten Klimastreik, teilte die Klimabewegung in der Landeshauptstadt mit.

Unter dem Motto «Wir fahren zusammen» treten Verdi und Fridays for Future für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und eine Verdopplung des Nahverkehrs ein. Gefordert werden 100 Milliarden Euro mehr Investitionen für einen ÖPNV-Ausbau bis 2030. «Wir wollen viel mehr Bus und Bahn», sagte Andreas Gieringer, Klimaaktivist von FFF Mainz. Die Bundesregierung müsse den Ausbau unterstützen, um die Mobilitätswende zu schaffen.

Verdi und Fridays for Future kooperieren schon seit anderthalb Jahren

Die Forderungen seien bundesweit mit mehr als 120.000 Unterschriften unterstützt worden, sagte Gieringer. Vor der Kundgebung, zu der laut Verdi auch eine große Delegation von ÖPNV-Beschäftigten erwartet wird, soll es eine Übergabe am Klima- und Mobilitätsministerium in Mainz geben. «Dort werden wir den Verantwortlichen überreichen, wie viele Beschäftigte und Bürger sich dafür ausgesprochen haben, die mehr Geld fordern für einen auskömmlichen ÖPNV», sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Marko Bärschneider.

In Mainz bestehe die Zusammenarbeit von FFF und Verdi seit anderthalb Jahren. Laut einer Klimaaktivistin aus Mainz sollen die gemeinsamen Interessen sie dazu gebracht haben, für eine «Klimapolitik, die nicht auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung geht», auf die Straße zu gehen. Busfahrerinnen und Busfahrer klagen über zu lange Arbeitszeiten und keine Pausen: «Viele von uns sind an einer Belastungsgrenze», wurde ein Busfahrer in einer FFF-Mitteilung zitiert.

Demos auch in Koblenz, Neustadt und Alzey

In Mainz werde bei der Kundgebung und einem anschließenden Demonstrationszug durch die Alt- und Neustadt mit 2000 Menschen gerechnet, teilte ein Pressesprecher der Stadt mit. Auch in anderen Städten wird demonstriert: In Koblenz sind laut Angaben der Stadtverwaltung 200 Teilnehmer zu erwarten. 400 Menschen werden in Neustadt an der Weinstraße erwartet und in Alzey 50.

Der Busverkehr in Rheinland-Pfalz war bereits am Donnerstag in weiten Teilen ausgebremst. Bereits an dem Tag hatte sowohl ein Warnstreik im privaten Busgewerbe als auch einer bei kommunalen Verkehrsbetrieben begonnen. Enden sollen die Ausstände zum Ende der letzten Schicht am Freitag. (Quelle: dpa)

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