Handel und Industrie sehr besorgt: Regionale Wirtschaft verharrt im Konjunkturtal

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Symbolbild; Foto: dpa

TRIER. „Die regionale Wirtschaft konnte sich nicht aus dem Konjunkturtal herausarbeiten, in das sie im zweiten Halbjahr 2023 geraten ist. Besonders Industrie und Handel sorgen sich sehr, während es im Dienstleistungssektor noch recht rund läuft.

Wir sehen derzeit leider kaum Anzeichen einer signifikanten wirtschaftlichen Erholung“, bedauert Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator verharrt mit 92 Punkten (Dienstleistungssektor 111, Handel 87, Industrie 84) auf gleicher Höhe, auf die er im Herbst des Vorjahres abgesackt war. Er bewegt sich damit rund 30 Zähler unter dem Vorkrisenniveau, was dem drittschlechtesten Wert seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 entspricht. An der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage haben sich 142 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor mit 18.600 Beschäftigten beteiligt.

„Geschäftlage per Saldo noch im zufriedenstellenden Bereich“

Gegenüber der Vorumfrage hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage durch die Betriebe zwar eingetrübt, bleibt aber per Saldo noch im zufriedenstellenden Bereich: 30 Prozent der Befragten machen gute Geschäfte, 16 Prozent schlechte und 54 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als befriedigend. Der Blick aufs neue Jahr fällt hingegen skeptisch aus. Nur 7 Prozent aller Unternehmen erwarten eine bessere, 60 Prozent eine gleichbleibende und 33 Prozent fürchten eine schlechtere Entwicklung ihrer Geschäfte.

„Die Pessimisten sind also weiterhin deutlich in der Mehrheit, was sich auch in schwachen Werten bei den Investitions- und Beschäftigungsplanungen niederschlägt. Nur noch wenige Unternehmen wollen ihre Produktionskapazitäten ausweiten und die Einstellungsbereitschaft bleibt trotz Fachkräftemangel verhalten. Zumindest die nächsten Monate dürften in der regionalen Wirtschaft von Stagnation oder gar rezessiven Tendenzen geprägt sein“, sagt IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.
Sorgen bereiten den IHK-Verantwortlichen die Branchenkonjunkturen in Handel und Industrie. Der Einzelhandel leidet unter Kaufzurückhaltung und damit rückläufigen Umsätzen. Seine Erwartungen für 2024 sind in Bezug auf Geschäftserfolg, Investitionsvolumen und Beschäftigungsentwicklung mit deutlichen Minuszeichen versehen.

„Im Industriesektor ist die Maschinenauslastung weiter rückläufig. Die während der vergangenen Jahre entstandenen Auftragspolster sind zunehmend aufgezehrt und die Auftragsbestände sinken. Nur 16 Prozent der Befragten haben uns für das vierte Quartal 2023 steigende Auftragseingänge gemeldet, bei 40 Prozent waren diese rückläufig. Das betrifft die Ordereingänge aus dem In- und Ausland gleichermaßen“, erläutert Matthias Schmitt.

„Die regionalen Unternehmen sehen sich gravierender Risikofaktoren ausgesetzt. Dazu gehören eine schwache Binnennachfrage, steigende Arbeitskosten, fehlende Fachkräfte und hohe Energiepreise. Einen traurigen Höhepunkt mit 56 Prozent Nennungen erreichen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Es muss jetzt endlich bei der Politik ankommen, dass es so nicht weiter gehen kann “, sagt Jan Glockauer.

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1 Kommentar

  1. Komisch , da hat der Zuzug hunderttausender Fachkräfte ja garnichts gebracht !? Zum Glück retten wir aber die Welt vorm Klimawandel durch die Abschaltung der AKWs und den Bau von Windrädern. Außerdem haben wir Russland in die Knie gezwungen durch den Importstop von billigem Gas und Öl . Das war ein cleverer Schachzug der Regierung!

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