Rutschpartien: Eisregen und Glätte bremsen Saarland aus – viele Unfälle

Eisregen hat Straßen und Gehwege im Saarland teils in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Es gab viele Unfälle. Noch gibt es keine Entwarnung.

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Foto: dpa

SAARBRÜCKEN/ST. WENDEL. Glatteis hat am Mittwoch auch das Saarland fest im Griff gehabt: Auf den Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen und massiven Verkehrsbehinderungen.

Bis zum Nachmittag hatte die Polizei 120 Verkehrsunfälle registriert. Bei fünf Unfällen seien auch Menschen verletzt worden, aber keiner schwer. Am Morgen war nach einem Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen die Autobahn 6 in Höhe St. Ingbert in Richtung Mannheim vorübergehend gesperrt gewesen.

Zudem gab es Einschränkungen im Zug- und Busverkehr: Viele Busse fuhren nicht, auch die Bahn meldete Ausfälle. Auf mehreren Strecken hielten Regionalzüge nicht an allen Stationen an, da sich auf Bahnsteigen und in Bahnhofszugängen zentimeterdicke Eisschichten gebildet hatten. Betroffen waren beispielsweise die Strecken zwischen dem rheinland-pfälzischen Saarburg und Saarbrücken, Saarbrücken und Nohfelden sowie Temmels (Kreis Trier-Saarburg) und Perl.

Der Flughafen Saarbrücken hatte am Mittwoch seinen Flugbetrieb komplett eingestellt. Insgesamt seien vier Flugverbindungen ausgefallen, darunter zwei nach Berlin, sagte der Sprecher des Airports. Die Passagiere seien rechtzeitig informiert und umgebucht worden. Am Donnerstag sollte der Betrieb wieder normal aufgenommen werden. Man gehe dann von keinen weiteren Flugausfällen aus. Es könnte lediglich noch zu leichten Verzögerungen kommen.

Im Ford-Werk Saarlouis fand am Mittwochmorgen ein angekündigter Warnstreik statt: Wegen des Blitzeises ging die Kundgebung, die eigentlich vor den Werkstoren geplant war, in drei Hallen über die Bühne. Ein Sprecher der IG Metall Völklingen ging davon aus, dass sich bis zu 2000 Beschäftigte an dem Warnstreik in der Frühschicht beteiligt haben. Die Gewerkschaft will mit weiteren Warnstreiks den Druck in Sozialtarifverhandlungen erhöhen.

Bis Mittag hatte es witterungsbedingt ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen im benachbarten Frankreich und in Luxemburg gegeben. Das führte dazu, dass im Saarland vor der Grenze zu Luxemburg viele Lastwagen auf dem Standstreifen vorübergehend warteten, wie der Sprecher der Polizei sagte. An der Grenze zu Frankreich habe es keine Probleme gegeben.

Er riet allen Verkehrsteilnehmern erneut, zu überlegen, ob eine Fahrt mit dem Auto oder ein Gang vor Tür erforderlich sei. Fußwege würden oft später geräumt und könnten noch glatt sein.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine amtliche Unwetterwarnung wegen extremer Glätte auch im Saarland ausgegeben. Eine hohe Glättegefahr bestehe bis voraussichtlich Donnerstagmorgen. Zudem seien im Nordwesten von Rheinland-Pfalz kräftige Schneefälle mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee zu erwarten, hieß es.

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