7 Dinge, die Sie vor dem Kauf eines Hauses in der Schweiz wissen sollten

0

Die Entscheidung, ein Haus in der Schweiz zu kaufen, ist ein großer Schritt und erfordert eine gründliche Planung. Die Preise für Immobilien schwanken erheblich je nach Region, und die Bestimmungen für ausländischen Immobilienbesitz und Schweizer Hypotheken können zu Verwirrung führen.

Bevor Sie sich für den Hauskauf entscheiden, sollten Sie sich unbedingt über einige wichtige Aspekte im Klaren sein. Dieser kurze Leitfaden hilft Ihnen, sich in diesem komplexen Prozess zurechtzufinden, egal ob Sie bereits in der Schweiz ansässig sind oder als Expat hierherziehen.

1. Regelungen für Ausländer

– Nicht alle ausländischen Staatsangehörigen haben die Möglichkeit, Wohneigentum in der Schweiz zu erwerben, und der Erwerb von Wohneigentum durch Ausländerinnen und Ausländer unterliegt bestimmten Regelungen:

– EU/EFTA-Angehörige und Personen aus dem Vereinigten Königreich haben beim Kauf von Wohneigentum dieselben Rechte wie Schweizerinnen und Schweizer.

Drittstaatsangehörige benötigen hingegen eine Bewilligung für den Immobilienerwerb.

Die Voraussetzungen für eine Bewilligung variieren je nach Kanton und Art der Immobilie. Es gibt Obergrenzen für den Verkauf von Ferienwohnungen an internationale Käufer und in bestimmten Kantonen gelten besondere Restriktionen. Die Regelungen sollen sicherstellen, dass der Erwerb von Wohneigentum durch ausländische Käufer kontrolliert und in Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen erfolgt. Informieren Sie sich also im Vornherein über die aktuellen Bestimmungen und ob Sie als Nicht-Schweizer eine Genehmigung für den Erwerb von Wohneigentum benötigen.

2. Finanzierungsmöglichkeiten erkunden

Der Kauf einer Immobilie ist eine beträchtliche finanzielle Verpflichtung und ein gründliches Verständnis Ihrer finanziellen Möglichkeiten und der verfügbaren Finanzierungsoptionen ist wichtig. Für ausländische Käufer, die in der Schweiz eine Immobilie erwerben möchten, stehen verschiedene Finanzierungsoptionen zur Verfügung. Dazu gehören internationale und Schweizer Banken, Hypothekenmakler, internationale Finanzinstitute sowie die Nutzung von Eigenkapital.

Sie können eine Hypothek direkt von Kreditgebern oder über einen Hypothekenmakler erhalten, der zwischen dem Verkäufer, dem Kreditgeber und, falls erforderlich, bei Vertragsabschlüssen vermittelt. Bei Ihrer Anfrage wird der Kreditgeber den Wert der Immobilie bewerten und entscheiden, ob er Ihnen eine Hypothek gewährt. In der Regel wird eine Anzahlung von 20% erwartet, wobei mindestens 10% in bar vorhanden sein müssen.

In der Schweiz gibt es keine allgemeine Unterstützung bei den Kosten des Immobilienerwerbs. Wenn Sie die erforderlichen 20% für eine Hypothek nicht aufbringen können, wird es schwierig, eine Immobilie in der Schweiz zu kaufen. Die einzige Unterstützung gilt für Erstkäufer, und einige Hypothekenanbieter bieten niedrigere Zinssätze an, um den Einstieg in den Immobilienmarkt zu erleichtern.

3. Immobilienbewertung Schweiz

Die Immobilienpreise in der Schweiz können je nach Region stark variieren: Stellen Sie sicher, dass Sie den Immobilienmarkt in der von Ihnen bevorzugten Gegend gründlich recherchieren.

Die Hauspreise in der Schweiz verzeichnen seit etwa April 2019 kontinuierliches Wachstum und wiesen im September 2020 eine jährliche Zunahme von 2,1% auf. Dieser positive Trend folgte einem Rückgang im Jahr 2017, der das erste Mal seit über 15 Jahren zu einem Preisrückgang bei Immobilienkäufen führte.

In der Zeit von 2000 bis 2016 stiegen die Hauspreise in der Schweiz beachtlich um 80,5%. Diese Entwicklung veranlasste die Schweizerische Nationalbank, strengere Kreditkriterien einzuführen und ihren Wechselkurs gegenüber dem Euro aufzugeben, um die Nachfrage der Investoren zu dämpfen.

Aktuelle Daten zeigen, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis für den Kauf einer Wohnung im Stadtzentrum im Dezember 2020 bei CHF 12.938 in Zürich, CHF 13.426 in Genf und CHF 13.967 in Lausanne lag.

Eine Online-Immobilienbewertung in der Schweiz kann Ihnen helfen, den aktuellen Wert von Immobilien in Ihrer Wunschregion zu verstehen und sicherzustellen, dass Sie faire Verhandlungen führen.

4. Transaktionskosten berücksichtigen

Trotz der hohen tatsächlichen Kosten für Immobilien gehört die Schweiz zu den preisgünstigsten Orten in Europa, wenn es um Transaktionskosten geht. Nach Angaben des Global Property Guide liegen die Gesamtkosten, die vom Käufer getragen werden, in der Regel zwischen 0,25 und 3,55 % des Gesamtpreises der Immobilie. Der Verkäufer trägt zwischen 3,23 und 5,38 %.

Die Kosten für den Käufer umfassen:

Grunderwerbsteuer (0,2 % – 3,3 %): Diese Steuer variiert je nach Region.

Registrierungsgebühr (0,15 %): Eine geringe Gebühr zur rechtlichen Registrierung des Immobilienkaufs.


Notargebühren (0,1 %): Diese decken die Kosten für die notarielle Beglaubigung des Kaufvertrags.

Die Berücksichtigung dieser Zusatzkosten ist entscheidend, um ein realistisches Bild der Gesamtausgaben beim Immobilienkauf in der Schweiz zu erhalten.

5. Nebenkosten verstehen

Bei einem Immobilienkauf in der Schweiz ist der Abschluss einer Gebäudeversicherung erforderlich. Diese deckt in der Regel Schäden durch Feuer, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen ab. Sie haben auch die Möglichkeit, zusätzliche Deckungen zu erwerben. Optionale Versicherungen für Ihr Zuhause in der Schweiz sind Hausratversicherung für persönlichen Besitz und Haftpflichtversicherung für Dritte, um Unfälle von Besuchern in Ihrem Zuhause abzudecken.

Neben dem Abschluss von Versicherungen müssen Sie auch Anbieter für Dienstleistungen wie Strom, Wasser, Internet und TV organisieren. Der schweizerische Markt ist in Bezug auf die meisten dieser Dienstleistungen weitgehend privatwirtschaftlich organisiert, daher lohnt es sich, bei verschiedenen Anbietern Offerten einzuholen, um die besten Angebote zu finden.

6. Immobilienkauf abwickeln

In der Schweiz wird die Übertragung des Eigentums von einem Notar abgewickelt. In vielen Kantonen sind die Notare öffentliche Amtsträger, die im Interesse sowohl des Käufers als auch des Verkäufers handeln. Der Verkäufer kann einen Notar vorschlagen, oder Sie haben die Möglichkeit, selbst einen Notar zu wählen.

Die Aufgaben des Notars umfassen in der Regel:

– Erstellung des Vertrags;
– Verwaltung der Gelder des Käufers auf einem Treuhandkonto;
– Durchführung der offiziellen Übertragung der Immobilie;
– Eintragung des Eigentumswechsels;
– Sicherstellung, dass alle rechtlichen Formalitäten erfüllt sind;
– Beratung zu Rechtmäßigkeit und Legalität der Transaktion.

7. Rechtsberatung einholen

Das schweizerische Rechtssystem kann komplex sein, insbesondere im Immobilienbereich. Holen Sie sich unbedingt rechtlichen Rat von einem Anwalt, der auf Immobilien spezialisiert ist. Dies ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass Sie alle rechtlichen Aspekte des Hauskaufs verstehen und dass der Vertrag Ihren Interessen entspricht.

Der Anwalt überprüft den Kaufvertrag, klärt finanzielle Aspekte, informiert über Steuerimplikationen und hilft, mögliche Risiken zu minimieren. Besonders für ausländische Käufer ist rechtliche Beratung entscheidend, um mögliche Hürden zu überwinden und eine sichere Investition zu gewährleisten.

Der Kauf einer Immobilie in der Schweiz ist ein großer Schritt, der eine sorgfältige Planung erfordert. Von den Regelungen für ausländische Käufer über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten bis hin zu den Transaktions- und Nebenkosten gibt es viele Aspekte zu beachten. Die Dynamik der Immobilienmärkte und das komplexe schweizerische Rechtssystem machen eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. Durch genaue Recherche, finanzielle Planung und die Einholung rechtlichen Rats können jedoch potenzielle Hürden überwunden werden.

Vorheriger Artikel+++ lokalo.de Blitzer-Service am Mittwoch: Hier gibt es heute Kontrollen +++
Nächster ArtikelFür Tier abgebremst und gegen Leitplanke geschleudert: 25-Jährige bei Autounfall eingeklemmt

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.