Dramatischer Anstieg: Zahl der Wohnungslosen in RLP innerhalb eines Jahres verdoppelt

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Foto: dpa/Symbolbild

MAINZ. In Rheinland-Pfalz sind rund 12.000 wohnungslose Menschen in diesem Jahr erfasst worden. Die Zahl habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, teilte Sozialminister Alexander Schweitzer auf eine parlamentarische Anfrage der Freien Wähler mit.

Zu den Gründen zählen dem Minister zufolge eine verbesserte Meldung der Daten sowie eine Erfassung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Als wohnungslos gilt, wer weder Eigentümer einer Wohnung ist noch über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt. Der Begriff gehe damit weit über die Obdachlosigkeit in Form von Leben ohne Obdach auf der Straße hinaus, sagte der SPD-Politiker. Die Menschen, die ohne Unterkunft oder Obdach auf der Straße oder bei Bekannten leben, könnten statistisch nur eingeschränkt erfasst werden.

Das Land sowie die Landkreise und kreisfreien Städte als Träger der Sozialhilfe seien für die Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten zuständig, die auch obdachlosen Menschen zur Verfügung stehen, erklärte Schweitzer. In der Zuständigkeit des Landes gebe es für diese Menschen 19 Einrichtungen mit 433 Plätzen, dezentrales stationäres Wohnen mit zwölf Plätzen sowie 98 Wohngemeinschaftsplätze für umherziehende Wohnungslose und Haftentlassene an 14 Standorten.

Die Kommunen als örtliche Träger der Sozialhilfe seien für alle weiteren Formen der ambulanten Wohnungslosenhilfe zuständig. Eine Berichtspflicht über das Angebot gegenüber dem Land besteht nach Auskunft des Sozialministers nicht. (Quelle: dpa)

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