Bundesgerichtshof: Urteil über Trierer Amokfahrer wegen Rechtsfehler überwiegend aufgehoben

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Ein Justizbediensteter begleitet den 52-jährigen Angeklagten (r) zum Prozess in den Gerichtssaal. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild

TRIER. Der Prozess um die Amokfahrt in Trier mit fünf Toten muss in Teilen neu aufgerollt werden. Nach Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe wurde das Urteil des Trierer Landgerichts wegen Rechtsfehlern überwiegend aufgehoben. Damit sei der Revision des Angeklagten stattgegeben worden, teilte der BGH am Montag mit.

Der Grund: Das Landgericht habe seine Annahme, der Angeklagte habe im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit gehandelt, nicht rechtsfehlerfrei begründet. Damit seien auch die Entscheidungen über die Rechtsfolgen aufzuheben.

Bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 war ein Mann mit seinem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast und hatte gezielt Passanten angefahren. Bei der Tat starben fünf Menschen, darunter ein Baby. Zudem gab es Dutzende Verletzte und Traumatisierte.

Der Täter war im August 2022 wegen mehrfachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes vor dem Landgericht Trier zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die Unterbringung des Mannes in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Mann leidet laut Gutachter an einer paranoiden Schizophrenie mit bizarren Wahnvorstellungen – und sei demnach vermindert schuldfähig. Der gelernte Elektroinstallateur hat im einjährigen Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen. Ein Tag nach dem Urteil hatte der Verteidiger des Amokfahrers Revision eingelegt.

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2 Kommentare

  1. Deutschland und seine Rechtssprechung…… hier klappt doch nix mehr , Vergewaltiger kommen wegen erhöhtem Testosteronspiegel frei , Messerstecher werden laufen gelassen etc…….aber wehe meine V&H ist nicht eingetragen. Dann spüre ich die Härte unserer Gesetze…..

  2. Der Anwalt sollte dem Amokfahrer gleich Gesellschaft leisten. Die Tat ist zweifelsfrei nachgewiesen, das Urteil war gerechtfertigt und trotzdem legt der Revision beim BGH ein. Ich verstehe es einfach nicht. Einen Menschen, der so viel Leid verursacht hat, mit juristischen Hakentricks zu entlasten geht nicht in meinen Kopf. Zumal der Täter nichts dazu gesagt hat und ihm die ganze Sache scheinbar am Popo vorbeiging.

    Ich kenne auch Menschen die an paranoiden Schizophrenie leiden aber keiner von denen geht auf die Straße und macht sich Luft indem er versucht andere zu schädigen oder zu töten.

    Oder ist der Anwalt so karieregeil, dass er hofft, die ganz großen Mandanten zu bekommen. Ich kann mir nicht helfen aber das erinnert mich an die großen Mafiaprozesse der 30er Jahre in USA.

    Viel Spaß beim Zensieren liebe Redaktion

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