TRIER. Insgesamt sechs Kampfs
Los ging es für die sechs Sportler am Montag, dem 16. Oktober. Im Mannschaftsbus der Kampfsport Akademie Trier / Föhren saßen Aaron Holstein, Steven Boger, Bennet Niederprüm, Till Knopp, Niki Karbassian und Markus Nicolay – betreut von Trainer Sascha Baschin. Die Maschine nach Calgary hob pünktlich um 13.30 ab und landete nach knapp 10 Stunden Flugzeit in Calgary. Glücklicherweise fand die WM in der Herbstferienzeit statt, so dass auch die noch schulpflichtigen, jungen Kämpfer und ganz großen Nachwuchstalente Aaron, Steven, Bennet und Till mit dabei sein konnten – für alle übrigens der erste Trip nach Kanada und auch deshalb ein nicht alltägliches Erlebnis.
An der WM nahmen insgesamt rund 1.700 Kampfsportler aus der ganzen Welt teil.
Ein kleiner Wermutstropfen bestand für die Kämpfer aber darin, dass für Besichtigungen und Besuche von Sehenswürdigkeiten eher wenig Zeit blieb, da die ersten Vorrundenkämpfe der WM bereits am Mittwoch stattfanden und danach bis Freitag für die Sieger der Vorrunde die Finalkämpfe zu bestreiten waren. Hier wurden die Sportler der KA sozusagen Opfer ihres Erfolgs, denn alle schafften es in die Endrunden und waren deshalb auch von Mittwoch bis Freitag jeden Tag in der Seven Chiefs Sportsplex & Jim Starlight Center, Tsuut’ina Nation in Calgary. Auch hier ergab sich ein nicht uninteressanter Nebeneffekt: Die Kämpfer erhielten zumindest einige Einblicke in die Geschichte der kanadischen Ureinwohner. Und auch sonst gab es durchaus Gelegenheiten für neue Erfahrungen, denn untergebracht war der Kader der KA im Delta South Calgary, etwas außerhalb der Innenstadt und Wettkampfstätte. Schon die Erfahrung, in einem solchen großen nordamerikanischen Hotel zu logieren (das sich deutlich von Hotels z-B. an der Mosel unterscheidet), war für die jüngeren Kämpfer neu. Dies gilt erst recht für die Eindrücke der Stadt, die man auf der täglichen Fahrt zum Halle gewinnen konnte, denn nordamerikanische Städte weisen eine gänzlich andere Struktur und Architektur als europäische auf.
Für alle war dies eine neue, bereichernde und auch prägende Erfahrung, die sie ebenso mit nach Hause genommen haben wie ihre sportlichen Erfolge. Die Stimmung im Kader war denn auch durchgängig großartig und es kam trotz der anstrengenden Kämpfe und begleitenden Trainings so etwas wie Ferienstimmung auf. Auch dieser Aspekt war übrigens für den Erfolg des Teams mitentscheidend: Gute Stimmung, Rückhalt und Zusammenhalt im Team steigern die Motivation und die mentale Stärke für die Kämpfe und sind – neben körperlicher Topform und Beherrschung der Kampftechniken – ein Pfeiler für den Sieg.
Sascha Baschin: „Das habe ich so noch nicht erlebt – einfach nur eine großartige Leistung von allen sechs und kaum noch zu toppen“, war von ihm zunächst nicht zu hören. Die Bilanz im Detail: Siebenmal Gold und die damit verbundenen Weltmeistertitel für: Markus in Kicklight und Leichtkontakt, Niki in K1, Bennet in Vollkontakt, Till in Kicklight und Till und Aaron zusammen im Teamkampf gegen das Team aus Wales. Außerdem holten Silber: Niki in Vollkontakt, Bennet und Till in Leichtkontakt und Aaron in Kicklight. Bronze erkämpften Bennet und Steven in Kicklight und Aaron in Leichtkontakt. Fast alle Starter brachten also sogar mehr als eine Medaille mit nach Hause.
Sascha Baschin und alle Kämpfer möchten an dieser Stelle auch nochmal allen Sponsoren und den Eltern der jungen WM-Teilnehmer danken, ohne deren Finanzhilfen und Engagement die Teilnahme an dieser großartigen WM nicht möglich gewesen wäre.