Landesbehörde SGD Nord: In Region Trier fast 2.100 Hektar für Windräder vorhanden

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Foto: dpa/Symbolbild

KOBLENZ. Die Energiewende im nördlichen Rheinland-Pfalz vorantreiben: Das ist das Ziel der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, die seit Juni 2023 Genehmigungsbehörde für immissionsschutzrechtliche Verfahren im Bereich Windkraft ist. Nach dem Beschluss des Ministerrats im Mai dieses Jahres wurde die Zuständigkeit von den kreisfreien Städten und Landkreisen auf Landesebene übertragen.

„Mit unserer gebündelten Fachkompetenz sind wir Ansprechpartner für Investoren und Kommunen. Wir unterstützen die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen, um damit die Klimaziele der Landesregierung zu erreichen. Im nördlichen Rheinland-Pfalz beobachten wir zum ersten Mal seit 2017 eine leichte Trendumkehr in der Gesamtanzahl der bestehenden, genehmigten und geplanten Windenergieanlagen sowie einer gestiegenen Gesamtnennleistung. Gleichzeitig sehen wir Ausbaupotentiale, insbesondere im Bereich des Repowerings und aufgrund der Verfügbarkeit von Flächen“, so SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Diese Ergebnisse macht der „Monitoringbericht Erneuerbare Energien 2022“, den die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord aktuell vorgelegt hat, deutlich.

Mit einer Gesamtnennleistung von rund 2.775 Megawatt (MW) waren Ende 2022 im Zuständigkeitsgebiet der SGD Nord 1.249 Windenergieanlagen am Netz oder genehmigt. Die Anlagenzahl hat sich somit im Vergleich zum Vorjahr um 35 Anlagen erhöht, die Gesamtnennleistung stieg um 182 MW.

Graphik: SGD Nord

Eine deutlich verbesserte Effizienz ist auf das sogenannte „Repowering“ zurückzuführen. Dadurch ist die Zahl der am Netz befindlichen Anlagen seit 2004 von 463 Anlagen auf 1.172 Anlagen um den Faktor 2,5 gestiegen. Die Nennleistung hat sich von 429 MW auf 2.462 MW fast versechsfacht.

Graphik: SGD Nord

Auch die Fläche für Windenergieanlagen hat sich im letzten Jahr vergrößert. Sie liegt nun bei 1,41 % der Fläche der SGD Nord. Die Fläche, die über die Regionalplanung und die Flächennutzungsplanung für Windkraftanlagen gesichert ist, hat sich im letzten Jahr um 518 Hektar vergrößert, weil einige Flächennutzungspläne wirksam wurden. Zusätzlich sind über die Privilegierung nach § 35 BauGB sind im Bereich der SGD Nord 429 Windenergieanlagen außerhalb der planerisch ausgewiesenen Flächen für Windenergie errichtet.

Dabei sind in allen Planungsregionen immer noch Flächen unbelegt und weitere Potenziale für die Errichtung von Windenergieanlagen in Windenergiegebieten vorhanden. So sind in der Region Mittelrhein-Westerwald noch 90 Gebiete mit einer Gesamtflächengröße von rund 1.241 Hektar gänzlich unbelegt, in der Region Trier noch 101 Einzelgebiete mit einer Gesamtgröße von 2.097 Hektar. In den Landkreisen Birkenfeld und Bad Kreuznach, die zur Planungsregion Rheinhessen-Nahe gehören, sind noch 22 Gebiete mit einer Gesamtflächengröße von rund 569 Hektar ganz frei von Anlagen. Hier liegen auch keine Planungen vor. Die Gründe für die Zurückhaltung bei diesen Flächen können vielschichtig sein. Seitens der SGD Nord wird derzeit unter Beteiligung des Bundesverbandes Windenergie (BWE) e.V. versucht, diese zu ermitteln.

Zahlreiche Flächennutzungspläne sind zurzeit noch im Verfahren. Ende 2021 waren 5.512 Hektar im Aufstellungsverfahren. Da die Landesregierung in einer 4. Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramm (LEP IV) auf 900 Meter verringerte Siedlungsabstände vorsieht, können in Flächennutzungsplänen wieder größere Flächen ausgewiesen werden. (Quelle: SGD Nord)

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4 Kommentare

      • Oh, Sie sind immer noch eine junge Frau, also bleibt viel Zeit, um die Meinung noch ein paar Mal zu ändern. Spätestens dann, wenn der Wirtschaftswagen so richtig an die Wand kracht, es sei denn, Sie sind inzwischen beamtet, denn das wirkt natürlich wie ein grüner Trägheitsdämpfer.

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