IHK Trier: Wieder mehr Ausbildungen in der Region – “Ausbildungsgarantie nicht zielführend”

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Foto: dpa/Symbolbild

TRIER. Die IHK Trier hat zum 1. August 2023 1.405 neue Ausbildungsverträge registriert. Damit beginnen 3,2 Prozent mehr junge Menschen eine Ausbildung in einem IHK-Beruf als noch vor einem Jahr.

Dieser positive Trend zeigt, dass die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in der Region Trier stabil bleibt, obwohl es immer weniger Schulabsolventinnen und -absolventen gibt. Auch landesweit verzeichnen die IHKs mit einem Anstieg bei den neueingetragenen Ausbildungsverhältnissen von 2,6 Prozent eine positive Entwicklung. Einen Grund sehen die Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz im ungebrochen großen Engagement der Unternehmen, junge Menschen auszubilden. Das zeigt auch die IHK-Ausbildungsumfrage 2023 unter gut 540 Unternehmen aller Größen und Branchen in Rheinland-Pfalz.

Demnach liegt die größte Herausforderung für die Unternehmen in der Rekrutierung – so konnte mehr als die Hälfte der befragten Betriebe im Jahr 2022 nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. Als einen Grund dafür nennen 72 Prozent der Befragten ungeeignete Bewerbungen. Jedoch gibt auch gut ein Drittel der Unternehmen an, Ausbildungsplätze nicht besetzen zu können, weil Bewerbungen ausbleiben.

„Insgesamt gibt es mehr betriebliche Ausbildungsplätze als gemeldete Bewerberinnen und Bewerber. Aus diesem Grund ist eine Ausbildungsgarantie nicht zielführend, wie sie im Gesetz zur Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung festgeschrieben ist“, sagt Dr. Holger Bentz, bildungspolitischer Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Ein vergünstigtes Deutschland-Ticket auch für Auszubildende wäre hier viel sinnvoller, denn so wären diese mobiler und könnten sich für ihren Wunschausbildungsplatz entscheiden.“

Die Umfrage zeigte einmal mehr, dass die Unternehmen sich auf vielfältige Weise engagieren, um neue Auszubildende für die berufliche Bildung zu begeistern: 80 Prozent der befragten Betriebe bieten jungen Menschen Informationsveranstaltungen oder Praxiseinblicke an. Zwei Drittel der Unternehmen haben die Kapazität für Schülerpraktika erhöht und 43 Prozent ermöglichen betriebliche Einblicke im Rahmen von Tagen der offenen Tür und des Girls‘ und Boys‘ Days.

Um sich als Ausbildungsbetrieb für junge Menschen attraktiver zu machen, haben zwei Drittel der Unternehmen flachere Hierarchien eingeführt, und knapp die Hälfte bietet den Auszubildenden zusätzliche finanzielle oder materielle Anreize. Ein Viertel der befragten Unternehmen hat neue Lernkonzepte etabliert oder erweitert das Ausbildungsportfolio mit Azubi-Projekten zu Themen wie Nachhaltigkeit.

Mit der Azubi-Card (Externer Link: www.azubicard.de) nutzen zudem viele Betriebe die Möglichkeit, Auszubildenden beispielsweise Vergünstigungen für Gastronomie- oder Kulturbesuche anzubieten. Auch für lernschwächere Auszubildende machen Betriebe verstärkt Angebote: 40 Prozent der Befragten bieten eigene Nachhilfe im Unternehmen an, ein Drittel nutzt ausbildungsbegleitende Unterstützungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit. (Quelle: IHK Trier)

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