Statistik sorgt für Furore: Koblenz auf Platz 4 der gefährlichsten deutschen Städte

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Foto: dpa/Symbolbild

KOBLENZ. Wie das Polizeipräsidium Koblenz mitteilt, hat eine Statistik in den letzten Tagen für Furore in Koblenz gesorgt: Auf Statista wurde ein deutschlandweiter Vergleich der polizeilich registrierten Straftaten in den Städten pro 100.000 Einwohner veröffentlicht. Auf Platz 4: Das beschauliche „Großstädtchen“ Koblenz mit 12.468 registrierten Straftaten.

Wer sich jetzt fragt, ob Koblenz noch sicher ist, den werden die Hintergründe zu dieser hohen Fallzahl interessieren. Denn der Anstieg lässt sich insbesondere mit einem Zuwachs der Straßenkriminalität erklären, unter die u. a. auch die Sachbeschädigung durch Graffiti fällt: ganze 3.250 Fälle von Graffitistraftaten wurden im Jahr 2022 für das Stadtgebiet Koblenz erfasst.

Diese Auffälligkeit lässt sich auf das Projekt „Saubere – sichere Stadt“ der Stadt Koblenz zurückführen. Diese hatte einen Graffiti-Koordinator bestellt, der alle im Stadtgebiet Koblenz an öffentlichen und privaten Liegenschaften angebrachten Graffitis bei der Polizei zur Anzeige bringt und umgehend deren Beseitigung veranlasst. Dabei werden auch kleinere „Farbschmierereien“ mit schwarzen Filzstiften, die in ihrem Kern kein Graffiti im klassischen Sinne darstellen dürften, angezeigt und in der Kriminalstatistik erfasst.

Ein Erfolgskonzept der Stadt Koblenz, welches mit dafür sorgt, dass Koblenz im direkten Vergleich zu anderen Großstädten deutlich sauberer wirkt, führt jedoch auch zu mehr Anzeigen.

Die Anzeigenquote beträgt so in Koblenz annähernd 100 Prozent, es wird von einem kaum merklichen Dunkelfeld ausgegangen. Dabei kann es durchaus sein, dass ein Beschuldigter mehrere Graffitis auf einer Fläche anbringt, also ein Tatentschluss vorliegt, diese aber als mehrere Taten angezeigt und schriftlich bei der Polizei vorgelegt werden. Auch so steigen die Fallzahlen weiter an.

An der Fallzahl für die Straßenkriminalität gemessen machen die Graffiti-Straftaten so knapp 66 Prozent der Fälle aus, auf die Gesamtzahl der Fälle bezogen 26 Prozent. Knapp über ein Viertel der 12.468 Straftaten sind also Sachbeschädigungen in Form von Graffitis!

Andere Deliktsbereiche, die sich zahlenmäßig in der Statistik bemerkbar machen, sind auf einem ähnlichen Niveau geblieben oder leicht rückläufig. So sind etwa 2.744 Diebstahlsdelikte 2022 erfasst worden und damit weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Zusammenfassend sind also insbesondere im Bereich der Straßenkriminalität hohe Steigerungen festzustellen, durch die Koblenz auf Platz 4 des Städtevergleichs gelangt ist. Würde man die Anzahl der Graffiti-Straftaten pro 100.000 Einwohner abziehen, käme Koblenz auf insgesamt 9.218 Straftaten und wäre damit „weit abgeschlagen“ in der Liste der gefährlichsten Städte Deutschlands.

Die für die Stadt Koblenz zuständige Polizeidirektion Koblenz befindet sich in einem ständigen und engen Austausch mit der Stadt Koblenz. Im gemeinsamen Dialog werden so die geeigneten Maßnahmen abgestimmt, damit die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin gut und sicher in Koblenz leben können.

 

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