“Trier an die Mosel anbinden”: Studiengang Architektur der Hochschule präsentiert Positionspapier

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Foto: Carl-Manfred Klauck / Campus Gestaltung, HS Trier

TRIER. „Trier an die Mosel anbinden“: Vom 11. -13.07.2023 wurden die diesjährigen Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten des Studiengangs Architektur der Hochschule Trier im Rahmen einer Ausstellung in den Viehmarktthermen Trier präsentiert.

Die diesjährige Themenstellung für die Masterthesis und die Bachelorthesis des Studiengangs Architektur fokussierte sich darauf, Impulse für ein Umdenken der städtebaulichen Entwicklung in der Stadt Trier zu geben.

Die Bebauung einzelner Grundstücke wurde nicht isoliert betrachtet, sondern es wurde versucht zukunftsorientierte Potenziale dieser Orte jeweils für das gesamte umliegende Stadtteil herauszuarbeiten und eine Planung im Sinne einer nachhaltigeren und lebendigeren Stadt zu entwickeln.

Die Anbindung Triers an die Mosel ist eine naheliegende Thematik, bei der niemand den Gewinn für die Stadt in Frage stellen würde.

Der Studiengang Architektur der Hochschule Trier präsentiert verschiedene Strategien und Ansätze, um dieses Ziel zu erreichen und lädt in diesem Positionspapier zur Diskussion ein.

  1. Um das Moselufer attraktiver zu gestalten, ist eine Neugestaltung des Verkehrs unerlässlich. Für das St-Barbara-Ufer sollte angestrebt werden, keine fahrbahnkreuzenden Verkehre zwischen der Römerbrücke und der Konrad-Adenauer-Brücke zuzulassen. Hierbei sollten alle Ampeln entfernt und Tempo 30 eingeführt werden. Durch einen langsamen und gleichmäßigen Verkehrsfluss, ohne Anfahrlärm an den Ampeln und möglicherweise unterstützt durch den Einsatz von „Flüsterasphalt“, könnte der Verkehrslärm signifikant reduziert werden. Trotz der niedrigeren Geschwindigkeit würde die Straße aufgrund eines reibungslosen Verkehrsflusses ohne Ampeln effizienter funktionieren. Gleichzeitig schlagen wir vor, die derzeitigen vier Fahrspuren auf zwei zu reduzieren, um mehr Platz für Fahrradfahrer, Baumalleen und andere Elemente zu schaffen. Hierbei könnten die Kölner Ringe oder die Uferstraße in Paris als Vorbilder dienen. Zusätzlich wäre es wünschenswert, die Luxemburger Straße in Trier West zu beruhigen und auf Tempo 30 zu begrenzen. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, den Durchgangsverkehr auf die westliche Seite der Eisenbahn zu verlagern. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Moselufer attraktiver zu gestalten und eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung zu fördern. Durch eine verbesserte Verkehrsplanung möchten wir Trier zu einem lebenswerten und zukunftsorientierten Ort entlang der Mosel machen.
  1. Die Attraktivität von Stadtteilen steigt, wenn sie mit vielfältigen kleinen Zentren bereichert werden. Sowohl die alte Feuerwache im Stadtteil Süd als auch die Lage an der Luxemburger Straße in West bieten eine einzigartige Möglichkeit, diese Zentren direkt an der Mosel anzusiedeln.
  2. Umgang mit vorhandener Bausubstanz: Nicht nur, dass eine verantwortliche moderne Entwicklungsplanung sorgsam mit der „grauen Energie“ umzugehen hat, und zunächst untersuchen sollte, wie Umnutzung möglich ist, auch für ein lebendiges Städtebauliches Gefüge ist es meistens eine große Bereicherung, wenn die Stadt durch Bauten und Baustrukturen älterer Zeiten vielfältiger wird. Ganz neue aus dem Boden gestampfte überall gleiche Investoren-Projekte führen demgegenüber oft eher zu einer Entfremdung unserer Städte.
  3. Bewahrung und Erhalt von baukünstlerisch wertvoller Substanz. Die Gebäude der alten Feuerwache, die aus den 50er Jahren stammen, besitzen eine bemerkenswerte architektonische Qualität in ihren Fassaden, die teilweise hinter nachträglich angebrachten billigen Fassadenplatten verborgen sind. Es wäre äußerst sinnvoll, diese Substanz zu bewahren, nicht nur als Zeugnis ihrer Zeit, sondern auch, um unsere Stadtsilhouette auf besonders schöne Weise zu bereichern. Durch die Erhaltung dieser Gebäude könnte ihr ästhetischer Wert voll zur Geltung kommen.

Der Studiengang Architektur hofft durch diese Ansätze in Trier auf positive Resonanz zu stoßen und dazu beizutragen, neue Aspekte für eine zukünftige Ausgestaltung der Stadt greifbarer zu machen.

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2 Kommentare

  1. Zu Punkt 1: die MoseluferStrasse einspurig zu gestalten. Tempo 30 , Flüsterasphalt…… Womöglich noch Plätze, um Tanzkreise zu bilden, einbauen. Wer ist so realitätsfern? Sind jetzt auch schon ganze Generationen von angehenden Architekten GrünVerseucht? Baut den Moselaufstieg und dann habt ihr zumindest mich mit dem Auto in dieser ehemals LEBENswerten Stadt gesehen. Ich spare Zeit, hab keine bescheuerten Ampelblitzer (die irgendwie ein permanentes Unbehagen verursachen ), keine StadtordnungsamtBlitzSheriffs…… ich hab dann permanent eine „grüne Welle“ auf meinem Weg in die Voreifel, wo die Welt noch oft eine ist, ganz so wie wir sie kannten.
    Ihr könnt dann auf Eurem Flüsterasphalt Stuhlkreise bilden, Yogaübungen abhalten oder Euch mit Mückenschiss festkleben, während ich die Ruhe und Abgeschiedenheit genieße und denke wie bekloppt die Welt doch geworden ist. Habe(t) fertig. N8

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