Studie: Fast zwei Drittel der Gefangenen in Rheinland-Pfalz haben Suchtprobleme

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Fast zwei Drittel der Gefangenen in Rheinland-Pfalz haben Suchtprobleme. Das ist ein Ergebnis einer Studie zum Strafvollzug, die Justizminister Herbert Mertin (FDP) am Dienstag dem Kabinett vorgestellt hat.

Mit den Suchtproblemen gingen häufig auch «schwere psychiatrische Auffälligkeiten» einher. Die Suchtexperten in und außerhalb der Justizvollzugsanstalten zählten jedes Jahr rund 2200 Beratungen betroffener Häftlinge.

Die wissenschaftliche Analyse von zehn Jahren zeige auch, dass mehr Gefangene wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz einsäßen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Häufigster Verurteilungsgrund seien sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendstrafvollzug Gewaltdelikte. Aktuell sind rund 2800 Menschen in Rheinland-Pfalz inhaftiert.

Die Angebote der Berufsbildung sowie Berufsvorbereitungs- und Berufsorientierungsmaßnahmen und Qualifizierungskurse würden zunehmend nachgefragt, heißt es in der Mitteilung des Justizministeriums. Etwa 350 bis 400 erwachsene Gefangene beginnen jedes Jahr mit einer Maßnahme. Die Palette des Angebots ist breit und reicht von Schuldnerberatung über Antigewalttrainings und Suchtberatung bis zu Kunstkursen.

Viele Kurse seien voll ausgelastet, sagte Mertin. «Diese Gefangenen sind bereit, an sich und ihren Problemen zu arbeiten mit dem Ziel einer besseren Zukunft.» Die Abbrecherquote liege nur bei 20 Prozent. Trotz der oft schwierigen Ausgangssituation der Häftlinge und dem hohen Anspruch der Maßnahmen. Die Schuldnerberatung zeige auch hohen Zulauf und werde regelmäßig jedes Jahr von mehr als 150 inhaftierten Männern genutzt.

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