Die Zuwanderung in Deutschland erreichte im vergangenen Jahr aufgrund des Krieges gegen die Ukraine einen Rekordwert. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden insgesamt rund 1,462 Millionen mehr Zuzüge als Fortzüge verzeichnet. Dieser Wanderungsüberschuss war mehr als viermal so hoch wie im Jahr 2021 mit 329.000. Das Bundesamt gab bekannt, dass dies der höchste bisher registrierte Nettozuwanderungswert innerhalb eines Jahres seit Beginn der Datenaufzeichnung im Jahr 1950 ist. Es gab insgesamt etwa 2,666 Millionen Zuzüge und rund 1,2 Millionen Fortzüge.
Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Aufnahme von Schutzsuchenden aus der Ukraine als Folge des russischen Angriffskrieges zurückzuführen. Im vergangenen Jahr wurden etwa 1,1 Millionen Zuzüge und 138.000 Fortzüge von Menschen aus der Ukraine erfasst. Dabei erreichte die Zuwanderung insbesondere in den ersten Kriegsmonaten von März bis Mai 2022 ihren Höhepunkt. Seit August 2022 ist sie kontinuierlich rückläufig.
Die Statistik verzeichnete auch deutliche Anstiege der Nettozuwanderung aus Syrien (68.000), Afghanistan (55.000) und der Türkei (49.000). Diese Entwicklungen stehen ebenfalls im Zusammenhang mit Fluchtmigration und steigenden Asylantragszahlen, so die Statistiker. Die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten nahm ebenfalls zu. Es wurden fast 87.000 mehr Zuzüge aus anderen EU-Ländern als Fortzüge erfasst, während es im Jahr 2021 81.000 waren. Die größten Zuwächse entfielen dabei auf Rumänien (35.000), Polen (18.000) und Bulgarien (13.000).
Die Statistiker stellten fest, dass es seit 2005 eine Nettoabwanderung bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit gibt. Im Jahr 2022 lag sie bei 83.000 Personen und war damit höher als im Jahr 2021 mit 64.000. Die deutschen Auswanderer waren größtenteils männlich (60 Prozent) und im Durchschnitt 35 Jahre alt, während das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung bei 45,9 Jahren liegt. Die Hauptzielländer für deutsche Auswanderer waren, wie in den Vorjahren, die Schweiz, Österreich und die Vereinigten Staaten. Es wurden 20.000 Fortzüge von Deutschen in die Schweiz, 12.000 nach Österreich und 10.000 in die Vereinigten Staaten registriert.
Im innerdeutschen Bereich wurden 1,069 Millionen Wechsel über Bundeslandgrenzen hinweg registriert, ähnlich wie im Jahr 2021.
(Quelle: FAZ; Statistisches Bundesamt)
















