TRIER. Seit gut einem Jahr ist kaum eine Woche vergangen, in der es keine Nachrichten über die Zuwanderung Geflüchteter aus der Ukraine gab. Das stellt Deutschland und andere EU-Staaten vor gewaltige Aufgaben, angefangen bei der Sicherstellung grundlegender humanitärer Hilfen. Sie gestaltet sich schwierig in einer insgesamt krisenbehafteten Zeit, doch zeigt die Stadtgeschichte, dass Trier schon in früheren Jahrhunderten mit derartigen Herausforderungen konfrontiert wurde.
Als „Objekt des Monats“ stellen die Wissenschaftliche Bibliothek und das Stadtarchiv eine Flüchtlingsliste von 1792 vor. Damals befand sich Trier in einer vergleichbaren Situation. Kurz nach dem Ausbruch der Französischen Revolution im Jahr 1789 war die Stadt von einer der größten Migrationen betroffen, die man bis dahin kannte: Schätzungsweise 160.000 Menschen flüchteten aus Frankreich, wo die staatliche und gesellschaftliche Ordnung zusammengebrochen war. Unter teils schwierigen Bedingungen überquerten sie damals auch die Grenze zwischen beiden Ländern.
Die Geflüchteten stammten aus allen sozialen Gruppen, unter ihnen befanden sich Tagelöhner, Handwerker, Bauern, Geistliche und Adlige – Männer, Frauen und Kinder. Manche waren aus politischer Opposition emigriert, andere suchten Schutz vor Gewalt, Verfolgung und Unterdrückung. Viele der „émigrés“ kamen in den grenznahen Städten unter. So auch in Trier, das sich bald zu einem Flüchtlingszentrum entwickelte. Die damals rund 8000 Einwohner der kurtrierischen Landstadt hatten zu dieser Zeit schon seit längerem mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Über kurzfristige Kapazitäten zur zentralen Unterbringung der „émigrés“ verfügte man damals nicht, sodass die Geflüchteten quer über das Stadtgebiet verteilt unterkommen mussten.
Auf Vorsorge bedacht, beschloss der Trierer Stadtrat im September 1792, die Namen und die Anzahl der Flüchtlinge zu ermitteln. Beamte gingen also damals von Tür zu Tür, befragten die Einwohner und traten an die „émigrés“ heran.
Die Ergebnisse der damaligen Visitation wurden in einer Liste vom 19. September 1792 dokumentiert. Deren ungleichmäßiges Schriftbild lässt heute noch erahnen, wie die Geflüchteten auf Geheiß der Beamten eine Schreibfeder in die Hand nahmen und sich in die Liste eintrugen.
Man liest in diesem historischen Dokument die Namen von Priestern wie Nicolas Lopin (Nr. 258), Studenten wie Jean Baptiste Lemoine (Nr. 85), Familien wie de Lambertye (Nr. 424) oder Militärpersonen wie de Hamzelin (Nr. 278). Die Schreibunkundigen unter den Flüchtlingen diktierten ihre Namen. Insgesamt umfasst die Liste über 200 Personen. Sie ist nur eine von vielen, die aus der Revolutionszeit überliefert sind.
Ohne Reserven und ohne Perspektiven erwies sich das Alltagsleben im Exil mehr als drei Jahre nach dem Revolutionsausbruch zunehmend als schwierig. In Frankreich waren sie als vermeintliche Revolutionsfeinde geächtet und kriminalisiert worden. An eine Rückkehr war nicht zu denken, für eine Niederlassung im grenznahen Ausland waren die Aussichten ebenfalls viel zu unsicher. Als Trier dann im Sommer 1794 zum Schauplatz des Ersten Koalitionskrieges (1792-1797) wurde, flüchteten die „émigrés“ weiter in östliche Richtung, völlig im Unklaren darüber, ob und wann sie ihre Heimat jemals wiedersehen würden.
Tatsächlich sollte es noch bis zur Herrschaft Napoleons (ab 1799) dauern, bis allmählich Voraussetzungen für eine Remigration der Geflüchteten geschaffen wurden. Bis dahin hatten die „émigrés“ ihr Überleben im Exil gesichert, unter anderem mit Hilfe der Unterstützung von Zufluchtsstädten wie Trier. (Quelle: Stadt Trier)
















Aktenzeichen: 123/4 SAT-IRE
Innenministerbefehl Nr. 0815
Geheime Verschlusssache
Ganz geheim
Verteiler: Alle Lokalpolitiker und Provinzbürgermeister
Zielsetzung: Schaffung eines positiven historischen Überbaus zum Thema Migration
Es ergeht Weisung, einen solchen ab sofort in der Bevölkerung zu schaffen.
Vorgehen: Die Vorgehensweise orientiert sich an dem Vorgehen des damaligen Innenministers Seehofer zur Erstellung eines Negativszenarios zum Thema Corona, um die Bevölkerung auf Maximalmassnahmen einzustellen.
Ziel: Herausstellung des Themas Migration im historischen Kontext und Herausarbeitung, dass Migration immer und unter allen Umständen für das Zielland positiv sei.
Durch die Lancierung entsprechender Artikel vor allem in der Lokalpresse haben die Handlungsträger dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung auf den positiven Aspekt von Migratiion eingeschworen wird. Es sind geeignete Geschehnisse aus der Lokal- und Ortsgeschichte in entsprechenden Artikeln aufzubereiten und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei ist herauszustellen, dass der Ausgang historischer Migrationsbewegungen IMMER ein positiver war. Wo ein solches Ereignis mit positivem Ausgang nicht stattfand sind entsprechende Ereignisse mit Negativausgang positiv und gleichnishaft umzudeuten. Historische Wahrheit ist dabei zweitrangig.
Die entsprechenden Ereignisse sind durch das plötzliche Auffinden entsprechender Dokumente und archäologischer Fundstücke zu untermauern, z.B. Auffinden alter Einbürgerungslisten in Archiven, alte Stelen mit Danksprüchen für die freundliche Aufnahme usw. Wo nicht vorhanden sind diese unter Hinzuziehung geeigneten Handwerkspersonals zu erschaffen und im Boden zu vergraben um dann pressewirksam aufgefunden zu werden.
Folgende Wanderungsereignisse mit negativem Ausgang dürfen auf keinen Fall erwähnt werden, da sie der breiten Öffentlichkeit bekannt sein dürften:
1. Die Einwanderung des homo sapiens nach Europa während der letzten Eiszeit (endete mit der Ausrottung der Neandertaler).
2. Die Einwanderung der Hyksos nach Ägypten in der Zeit des Mittleren Reiches (endete mit der Unterwerfung der Ägypter und deren Tributpflicht an die Hyksosherrscher).
3. Die Einwanderung germanischer Stämme ins Römische Reich im Gebiet des heutigen Rheinlandes (diese
wurden zunächst als Foederaten angesiedelt, erhoben sich jedoch dann gegen Rom. Ergebnis: Untergang des Weströmischen Reiches, Verfall dessen Hauptstadt Trier mit dem Ergebnis, dass die Einwohnerzahl von 200 000 auf ca 2000 schrumpfte, die ihre Schweine in den Ruinen der ehemaligen Hauptstadt hüteten. Von diesem Kulturschock hat sich Trier bis dato nicht erholt).
Es ergeht Weisung zur beschleunigten Ausführung.
Gezeichnet
F. Aeser, Innenminister/in