NIEDERZISSEN/TRIER. Zu den wohl umstrittensten und meist diskutierten Regelungen der katholischen Kirche gehört das „Zölibat“. Das Versprechen der „Ehelosigkeit“ ist in der katholischen Kirche für Priester, Diakone und Bischöfe verpflichtend. Weil ein Priester aus dem Bistum Trier, der Pfarrgemeinde Herz Jesu im schönen Brohltal, für sich klären müsse ob er weiterhin den Zölibat „leben kann und will“, bat er Bischof Ackermann nun um die Beurlaubung vom priesterlichen Dienst gebeten. Dieser kam der Bitte nach.
In einem emotionalen und sehr persönlichem Brief wandte sich Pfarrer Moritz Neufang an seine Gemeinde und erklärte, dass er seit einem Jahr mit sich selbst und der Frage nach der Ausübung seines Zolibats ringe und nun den Bischof um eine Beurlaubung gebeten habe. Grund seien seine veränderten Lebensumstände, so gebe es nun eine Frau an seiner Seite, schreibt der Pfarrer. „Insbesondere im Hinblick auf die verbindlich vorgesehene zölibatäre Lebensform“ beschäftige ihn die Frage ob er weiterhin als „Priester in der Kirche leben und arbeiten kann“.
Zolibat ist in der katholischen Kirche verpflichtend
Über die emotionale Entscheidung schreibt der Pfarrer: „Eine gelebte Partnerschaft ist jedoch mit den Anforderungen des Amtes in der derzeitigen Form unvereinbar. Das Dilemma, in dem ich seither stehe, ist derzeit für mich nicht nach einer Seite hin auflösbar. Meine derzeitige Lebenssituation ist mit dem Bild des „geteilten Herzens“ gut beschrieben: Mein Anspruch ist nicht nur, dass ich 100 Prozent meiner Energie in meine Arbeit und in meinen Dienst stellen kann und berechtigte Erwartungen auch erfülle, sondern auch Ehrlichkeit im Blick auf mich selbst.“
Der Bischof habe seiner Bitte entsprochen und ihn daher ab dem 1. März 2023 bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst freigestellt. Hierfür sei er sehr dankbar, denn es brauche nun einen Freiraum, in dem er eine verantwortete und gute Entscheidung über sein weiteres Leben treffe, so der Pfarrer.
Den ganzen Brief gibt es HIER zum Nachlesen.

















