Baldauf-Nachfolge: CDU-Fraktion will kommende Woche eine “offene Aussprache”

Die Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin von Christian Baldauf steht bislang allerdings nicht auf der Tagesordnung der Klausurtagung. Bernhard Vogel ruft seine Partei zur Geschlossenheit auf.

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Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

SPEYER/MAINZ. Die Entscheidung zur Nachfolge des CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf könnte länger dauern als erwartet. «Eine Neuwahl steht nicht auf der Tagesordnung für die Klausurtagung» der Fraktion in der kommenden Woche, sagte am Mittwoch ein Fraktionssprecher in Mainz. Die Landtagsfraktion werde am Dienstag und Mittwoch «in eine offene Aussprache gehen und den weiteren Fahrplan diskutieren».

Bei der Bekanntgabe des überraschenden Rücktritts Baldaufs bis Ende März hatte die Fraktion mitgeteilt, sie werde auf der Klausurtagung «die inhaltlichen und personellen Weichen für die künftige Fraktionsarbeit stellen». Als mögliche Nachfolger Baldaufs sind seitdem mehrere Landtagsabgeordnete im Gespräch, unter ihnen Generalsekretär Gordon Schnieder (47), der Parlamentarische Geschäftsführer Martin Brandl (41) und Christoph Gensch (44), der 2018/19 für knapp ein Jahr Generalsekretär war. Häufig genannt wird außerdem Helmut Martin aus dem Wahlkreis Bad Kreuznach. Der 59-jährige promovierte Anwalt ist seit April 2018 im Landtag.

Trotz seines Rückzugs von der Spitze der Landtagsfraktion soll Baldauf weiter Parteichef der Christdemokraten in Rheinland-Pfalz bleiben. Der Vorstand der Landespartei sprach ihm auf einer Sitzung am Dienstagabend das Vertrauen aus.

Der frühere CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident Bernhard Vogel rief seine Partei dazu auf, ihre Personaldiskussion so rasch wie möglich zu überwinden und zu neuer Geschlossenheit zu finden. «Nur eine geschlossene Partei hat Chancen, in Wahlkämpfen zur stärksten Partei zu werden», sagte der 90-jährige Politiker am Mittwoch in seinem Wohnort Speyer der Deutschen Presse-Agentur.

Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Marc Ruland hielt der CDU vor, in ihrer Partei herrsche «ein Milieu von Zwietracht, Intrigen, Putschversuchen und Verschwörungen». Ruland fügte hinzu: «Die konsequente Selbstbeschäftigung gleicht einem Trauerspiel und scheint signifikant für die Ideenlosigkeit und die Leere der Christdemokraten.» (Quelle: dpa)

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