Mieser Enkeltrick per WhatsApp: Polizei warnt vor perfider Betrugsvariante

0
Foto: dpa-Archiv

IDAR-OBERSTEIN. Bei hiesiger Kriminalinspektion gehen zur Zeit vermehrt Anzeigen bezüglich einer weiteren perfiden Betrugsmasche unter Nutzung des Messengerdienstes WhatsApp ein.

Die Betrugsversuche ähneln sehr dem Telefon-Betrug des Enkeltricks, wobei Eltern oder Großeltern besonders gefährdet sind.

Demnach erhalten die potentiellen Opfer per WhatsApp eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. In dieser schreiben die Cyberkriminellen etwa: „Hallo Oma, mein Handy ist kaputt und das ist meine neue Nummer.“ Reagiert der Empfänger auf diese Nachricht, wird zunächst eine Notlage vorgetäuscht. Weil das alte Handy des vermeintlichen Enkels ja kaputt sei, habe er auch keinen Zugriff mehr auf sein Online-Banking. Blöderweise stehe aber eine Rechnung aus, die er dringend bezahlen muss. Anschließend wird erklärt, dass dringend ein bestimmter Geldbetrag auf ein Bankkonto überwiesen werden müsse. Häufig fordern die Unbekannten Beträge von mehreren Tausend Euro. Sobald die Bank-App beim Enkel wieder funktioniere, überweise er das Geld sofort wieder zurück. Versprochen, Oma.

Meist werden diese Nachrichten mit mehreren Emojis versehen. Eine solche Geschichte ist im ersten Moment vielleicht sogar durchaus glaubwürdig, die Smileys lassen die Nachrichten persönlich wirken. Einige Menschen speichern sich die Nummern auch tatsächlich im Handy ab. Und öffnen damit den Betrügern ohne es zu wissen Tür und Tor.

Grundsätzlich sollte man mit den eigenen, persönlichen Daten – wie zum Beispiel der Handynummer – im Internet vorsichtig zu sein. Auch das Profilbild auf WhatsApp sollte man mit Bedacht wählen: Aufgrund des Bildes könnten Täter zum Beispiel das Alter der Opfer abschätzen – und dadurch erfahren, ob sie „Oma“ oder „Papa“ schreiben. In den Privatsphäre-Einstellungen von WhatsApp kann man auswählen, wer das eigene Profilbild sehen darf – zum Beispiel nur die Personen, deren Nummern man in den eigenen Kontakten abgespeichert hat.

Wer plötzlich eine Nachricht von einem Enkel, Tochter oder anderen Verwandten von einer fremden Handynummer erhält, sollte versuchen, dieses Familienmitglied über die alte Nummer zu kontaktieren, um sicherzugehen. Wenn Überweisungen bereits veranlasst wurden, kontaktieren sie schnellstmöglich das Geldinstitut, um die Zahlungen im besten Fall rückgängig zu machen. Sichern Sie den Chatverlauf und erstatten sie Anzeige bei ihrer zuständigen Polizei

Vorheriger Artikel++ Corona-Lage Rheinland-Pfalz aktuell: Inzidenz am 4. Tag in Folge mit Höchststand ++
Nächster ArtikelMinisterpräsident bringt Bundesratsinitiative ein: Steuern auf Mineralölprodukte senken

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.