KIEW. Wie mehrere Medien bereits gestern berichteten, stößt der russische Vormarsch in der Ukraine auf heftigeren Widerstand als erwartet. Der Kreml hatte daher am Nachmittag angekündigt, seine Militäroffensive auszuweiten. Dies scheint in der zurückliegenden Nacht erfolgt zu sein.
Nachdem die Online-Zeitung Kyiv Independent bereits gestern Abend erneutes Artilleriefeuer in Kiew gemeldet hatte, wobei eine Kinderklinik getroffen worden sei, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung am heutigen Morgen von heftigen Kämpfen in der gesamten Ukraine. Insbesondere in den Außenbezirken der Hauptstadt Kiew kam es im Laufe der Nacht zu massiven Gefechten. Die ukrainische Armee erklärte, dem Feind werde entschlossener Widerstand entgegengesetzt.
Ferner wurde nach FAZ-Angaben in Kiew im Verlauf der Kämpfe ein Lager mit radioaktiven Abfällen getroffen. Es handele sich um eine Zweigstelle des 1960 gegründeten Entsorgers Radon Union. Diese sei von mehreren russischen Granaten getroffen worden. Außerhalb der Schutzzone bestehe Messungen zufolge keine Bedrohung für die Bevölkerung.
Die der Nachrichtensender n-tv meldet, gab es auch in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, schwere Gefechte, in deren Verlauf eine Gasleitung nach einer Explosion in Flammen aufging. Diese wurde bach Darstellung der ukrainischen Agentur Unian von russischen Truppen gesprengt.
CNN meldet zwei große Explosionen in Wassylkiw im Südwesten von Kiew. Dabei sei ein Treibstoff-Lager auf dem Flughafen der Stadt in Flammen aufgegangen. Russische Fallschirmjäger hatten bereits in der vorletzten Nacht versucht, den Flughafen der Stadt zu erobern.
Derweil sind immer mehr Ukrainerinnen und Ukrainer auf der Flucht. CNN spricht davon, das 125.000 Menschen die Ukraine bereits verlassen haben, weitere 850.000 seien als Binnenflüchtlinge innerhalb des Landes auf der Flucht. Das UN-Flüchtlingskommissariat rechne mit bis zu vier Millionen Flüchtlingen.
Der eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbündete belarussische Machthaber Lukaschenko will in einem für den heutigen Sonntag angesetzten Referendum die Stationierung von Atomwaffen in seinem Land erlauben. In einem Telefonat mit Lukaschenko warnte der französische Präsident Emmanuel Macron Lukaschenko vor diesem Schritt. Macron forderte Lukaschenko stattdessen auf, umgehend den Abzug aller russischen Streitkräfte aus seinem Land zu veranlassen. Im Rahmen der laufenden Invasion stoßen russische Kräfte auch von belrussischem Gebiet in die Ukraine vor.















