Versuchter Mord an sechs Patienten: Plädoyers im Krankenpfleger-Prozess erwartet

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Prozessakten liegen in einem Gerichtssaal. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild

SAARBRÜCKEN. Nach acht Monaten neigt sich der Mordprozess gegen den Krankenpfleger Daniel B. aus dem Saarland dem Ende. Er soll versucht haben, Schwerkranke mit nicht verordneten Medikamenten zu töten. Vor dem Landgericht in Saarbrücken werden an diesem Dienstag (9.30 Uhr) die Plädoyers erwartet. Der 30-jährige Angeklagte muss sich wegen des versuchten Mordes an sechs Patienten in der SHG-Klinik in Völklingen und dem Uniklinikum in Homburg vor Gericht verantworten.

Der Mann soll in den Jahren 2015 und 2016 drei Frauen und drei Männern im Alter von 31 bis 88 Jahren nicht verordnete Medikamente gegeben und ihren Tod billigend in Kauf genommen haben. Mit Wiederbelebungsmaßnahmen wollte er sich laut Anklage «emotionale Befriedigung sowie Anerkennung von Kollegen und Ärzten» verschaffen. Bei der Obduktion der Leichname waren Rückstände von entsprechenden Präparaten gefunden worden. Obwohl einige von B.s Opfern verstarben, wirft die Staatsanwaltschaft ihm lediglich versuchten Mord vor, da auch durch Gutachten nicht abschließend geklärt werden konnte, ob die verabreichten falschen Medikamente oder die jeweilige Grunderkrankung den Tod bewirkt hat.

Zum Prozessauftakt im Juni 2021 hatte der Angeklagte eine Erklärung verlesen, wonach er die ihm zur Last gelegten Taten nicht begangen habe. (dpa)

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