TRIER. Als am Landgericht Trier am gestrigen Dienstag, 8.2.2022, Augenzeugen der Amokfahrt aussagten, spielten sich dramatische Szenen ab, wie der SWR berichtet. Obwohl einige der Zeugen sagten, dass sie geglaubt hatten, die Erinnerungen an den schrecklichen 1. Dezember 2020 verarbeitet zu haben, bewirkte der Gerichtstermin, dass die traumatischen Erlebnisse wieder hochkamen.
Die Zeugen berichteten u.a. von Schlafstörungen und Angstzuständen, wenn sie schnelle fahrende Autos wahrnehmen. Mehrere brachen in Tränen aus. Die Zeugen berichteten von ihrem Entsetzen, als sie erkannten, dass das SUV gezielt auf Menschen zusteuerte. Die zielgerichtete Fahrweise wurde von allen bestätigt.
Besonders schrecklich war der Anblick des Säuglings auf dem Boden am Petrusbrunnen seiner verzweifelt schreienden Mutter. Ein älteres Ehepaar, das sich vor dem heranrasenden Fahrzeug in einen Laden gerettet hatte, beschrieb, wie die Schaufenstervitrine über ihnen zusammenbrach.
Da die Krankenhaus-Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden worden waren, konnte die vorsitzende Richterin aus den Protokollen des Tages vortragen. Mehrere Opfer des Amokfahrers erlitten schwerste, bleibende Verletzungen, so ein 63-Jähriger, dessen Anwalt sagte, sein Mandant leide an einer Persönlichkeitsstörung und müsse über eine Magensonde ernährt werden.
Wie die Richterin weiter sagte, war für den nächsten Verhandlungstag die Vernehmung einer 11-Jährigen geplant. Um dem Kind aber weitere Trumatisierung zu ersparen, soll stattdessen seine Mutter aussagen, die mit ihrer Tochter am 1.12.2020 in der Trierer Innenstadt war.















