Baldauf fordert neue Wege bei Finanzierung der Kindermedizin

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Ein Stethoskop und Kinderspielzeug liegen auf einem Tisch. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa/Illustration

MAINZ. Die Finanzierung der Kinder- und Jugendmedizin muss nach Auffassung des rheinland-pfälzischen Oppositionsführers Christian Baldauf bundesweit auf neue Füße gestellt werden. «Fallpauschalen werden der Komplexität der Kinder- und Jugendmedizin nicht gerecht», sagte das Mitglied des CDU-Bundesvorstands der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Es müsse «ein neues differenziertes Modell entwickelt werden, das genau auf die Bedürfnisse der Kinder- und Jugendmedizin abgestimmt ist», verlangte Baldauf, der auch Chef der Landtagsfraktion in Mainz ist.

«Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie brauchen eine auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittene medizinische Versorgung und kurze Wege.» Das System der Fallpauschalen sei dabei «kontraproduktiv», kritisierte Baldauf.

«Die stark an ökonomischen Gesichtspunkten orientierte Ausrichtung unseres Gesundheitswesens führt dazu, dass teure und damit unattraktive Bereiche der Medizin abgehängt werden», stellte Baldauf fest. «Kinder- und Jugendmedizin ist oft ein Zuschussgeschäft.» Die Zahl der Kinderstationen, Fachabteilungen und Betten für Mädchen und Jungen sei bundesweit in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

«Kindermedizin ist nicht nur eine sehr personal-, sondern auch zeitintensive Aufgabe», sagte Baldauf. Dies bringe bis zu 30 Prozent höhere Personalkosten im Vergleich zu anderen Fachrichtungen mit sich.

Rheinland-Pfalz gehöre zu den Bundesländern, «die die wenigsten Fördermittel für Krankenhausinvestitionen bereitstellen», kritisierte Baldauf. «Das führt dazu, dass die Kliniken selbst Investitionen querfinanzieren müssen, etwa aus dem Personalbudget. Das Geld fehlt dann beim Personal.» Dies treffe die Kinder- und Jugendmedizin mit ihrem höheren Personalkostenanteil besonders. (dpa)

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