Regierung wünscht: Pandemie-Ende und Zuversicht im Ahrtal

5
Malu Dreyer spricht im Mainzer Landtag. Foto: Arne Dedert/dpa

MAINZ. Die Corona-Pandemie und die Flutkatastrophe im Ahrtal haben das politische Jahr in Rheinland-Pfalz bestimmt. Das zeigt sich auch in den Weihnachtswünschen des Kabinetts und des Landtagspräsidenten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist mit ihrem größten Weihnachtswunsch bei den Opfern der Flutkatastrophe. «Ich weiß, wie schmerzlich sich Tausende im Ahrtal wünschen, Weihnachten könnte auch bei ihnen so sein wie immer», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Ich wünsche ihnen, dass gerade deswegen Weihnachten für sie das Fest der Hoffnung sein kann.»

Ähnlich klingt das bei Innenminister und SPD-Landeschef Roger Lewentz. «Ich wünsche mir für die Menschen in den Flutgebieten und insbesondere im Ahrtal, dass sich die großartige Solidarität auch im kommenden Jahr fortsetzt. Viele dort fürchten derzeit, in Vergessenheit zu geraten. Das wird nicht geschehen», sagte er. «Die Hilfsbereitschaft muss auch 2022 für die Betroffenen erlebbar bleiben, das ist dann ein ganz, ganz starkes Zeichen der Solidarität. Den Wiederaufbau stemmen wir nur gemeinsam und die Landesregierung steht dabei fest an der Seite aller Betroffenen und der Helferinnen und Helfer.»

«Mein größter Weihnachtswunsch wäre, im Frühjahr sagen zu können, wir haben die Corona-Krise überwunden», sagte Landtagspräsident Hendrik Hering. «Ich wünsche mir, dass es uns trotz allem gelingt, optimistisch in die Zukunft zu schauen und die Hoffnung zu behalten.» Er habe sich vorgenommen, die Fotos aus dem Jahr 2021 zu sortieren, um ganz bewusst auch auf die schönen Momente zurück zu blicken. «Mein Wunsch wäre, dass das auch anderen gelingt und wir so gemeinsam Kraft für das neue Jahr schöpfen können.»

Hering wünscht vor allem den Menschen im Ahrtal «Kraft und Zuversicht» für das neue Jahr. «Ich bin überzeugt, dass der Aufbau weiter gut voran geht, die Solidarität in der Gesellschaft erhalten bleibt und die Menschen nicht vergessen werden.»

Auf ein baldiges Ende der Pandemie hofft auch CDU-Fraktionschef Christian Baldauf. «Mein Weihnachtswunsch ist, dass sich Vernunft und damit Gemeinsinn und Solidarität durchsetzen, sich möglichst viele Menschen impfen lassen, damit wir die Pandemie bald hinter uns lassen können», sagte er.

Bildungsministerin Stefanie Hubig hat bei ihren Wünschen vor allem die Schüler im Blick: «Ich wünsche mir natürlich sehr, dass wir im nächsten Jahr die Pandemie überwinden, und dass Kinder und Jugendliche im kommenden Jahr wieder ohne Einschränkungen in ihre Kitas und Schulen gehen können», sagte die SPD-Politikerin. «Dass sie wieder Klassenfahrten, Kita-Ausflüge und Feiern erleben können, dass sie mehr Normalität erleben können.» Sie hoffe, «dass die Impfungen ihren Beitrag dazu leisten werden».

Auch für Familienministerin Katharina Binz sind die jungen Menschen und ihre Eltern das wichtigste Thema. «Gerade für Familien waren die vergangenen zwei Jahre sehr belastend, besonders die Kinder und Jugendlichen mussten auf vieles verzichten», stellte die Grünen-Politikerin fest. «Ich wünsche mir deshalb, dass wir die Pandemie möglichst bald überwinden.»

Die neue Klimaschutzministerin Katrin Eder und Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt wünschen sich ein unbeschwertes Leben zurück. Die Grünen-Politikerin Eder sagte: «Ich wünsche mir, dass alle gesund bleiben und wir alle wieder normal leben können, dass es wieder Feste und Veranstaltungen gibt, wir weggehen können, Freunde treffen oder ins Kino gehen.»

«Ich wünsche mir – wie viele Menschen – eine unbeschwertere Zeit. Zumindest im kleinen Kreis der eigenen Familien können wir die an Weihnachten auch genießen», sagte Schmitt. «Ich hoffe sehr, dass es schon bald wieder möglich sein wird, auch in größerer Runde zusammenzukommen. Der Austausch und die Geselligkeit gehören zu unserer Lebensart.»

Die FDP-Politikerin hofft auch auf einen stärkeren Zusammenhalt in der Gesellschaft: «Wirklich wunderbar wäre es auch, wenn in der Gesellschaft Menschen wieder mehr Verständnis für die Bedürfnisse, Wünsche und die persönliche Lage des jeweils Anderen aufbringen würden: verständigen, statt verurteilen. Gemeinsam, statt gegeneinander.»

Arbeits- und Sozialminister Alexander Schweitzer wünscht sich «Gesundheit für die ganze Familie». Für Justizminister Herbert Mertin galt schon vor Corona: «An erster Stelle steht anhaltend gute Gesundheit für die ganze Familie.»

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) bringt es kurz und knapp auf den Punkt: Sein größter Wunsch? «Dass die Pandemie beendet wird.» (dpa)

Vorheriger ArtikelLehren aus der Flut: Innenministerium RLP überprüft Katastrophenschutz
Nächster Artikel++ Infektionen, Inzidenzen, Hospitalisierungen: Neue Corona-Zahlen für das Saarland ++

5 KOMMENTARE

  1. Pandemie beendet???? Laut Medien äußert Herr Lauterbach, das es Corona noch nach seiner Amtszeit gibt.
    Zudem hat sich Jahre zuvor nie einer drum gekümmert, wenn es Infektionen gab. Herr Kerkule , einer der ersten,
    der bekannt gab, es gibt Corona, der neue Geräte beschaffen wollte für die Uni Halle, wurde nun “freigestellt” an der Uni, um dort nicht mehr zu unterrichten. Zudem bestehe laut Medien, ein nicht korrekt ausgefülltes Dokument seinerseits.

  2. Die Menschen im Ahrtal ( ich und viele andere Bürger übrigens auch) möchten gerne wissen, WARUM sie trotz der dringlichen Warnungen durch das Europäische Hochwasserwarnsystem nicht evakuiert wurden?

    https://www.rheinpfalz.de/politik/rheinland-pfalz_artikel,-pr%C3%A4zise-warnungen-lagen-fr%C3%BCh-vor-_arid,5234856.html

    Was ist denn bisher passiert, was haben denn die Ermittlungen durch unsere politisch weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften ergeben?

    Was ist bislang erfahren habe:

    1. Der zuständige Landrat wurde beim Aufkommen der Vorwürfe erst krankgeschrieben, dann in den Ruhestand versetzt. War es das jetzt? Man hört nichts mehr ….

    2. Die seinerzeit zuständige und verantwortliche Fachministerin Frau Spiegel sitzt jetzt nach diesem bewunderswürdigen Nachweis ihrer Fachkompetenz im Bundeskabinett. Irgendwie soll noch ein Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe kommen, aber wer weiss ob der jemals kommt.

    3. Fragen wir nun mal nach der Zuständigkeit/Hauptverantwortung des Geschäftsführers in RLP, hierzulande unsere Ministerpräsidentin Dreyer. Wieso sitzt die nach diesem Totalversagen (über 130 Tote) für das sie meiner Meinung nach als Ministerpräsidentin mit verantwortlich ist, noch im Amt?

    Es gibt da für mich als interessierten Bürger einige offene Fragen, auf die man leider keine Antworten bekommt. Die “Qualitätspresse” stellt diese Fragen zu meinem grossen Erstaunen (Ironie!) auch nicht.

    1. Wusste sie von den Warnungen? Falls nicht: warum nicht? Sollte man nicht davon ausgehen, dass der “Chef” über solche Warnungen informiert wird? Welche Konsequenzen hat das dann für die Beamten des zuständigen Ressourts, die der Chefin diese essentielle Informationen vorenthalten haben? Wir reden hier von 130 Opfern!!!! Wieso hat die ihren Laden nicht im Griff?

    2. Falls ja: wieso hat sie sich nicht um die Evakuierung der Menschen gekümmert?

    3. Warum stellen sich diese Politiker, die doch immer wieder Begriffe wie Offenheit und Transparenz propagieren (oder überstrapazieren), nicht einem unabhängigen Gremium/Untersuchungsausschuss, um diese offenen Fragen zur Verantwortlichkeit im eigenen Interesse zu klären?

    Ich habe da einen ganz konkreten Verdacht, aber den lasse ich mal aussen vor.

    Oder ist es einfacher und bequemer, die Betroffenheitsmasche abzuziehen anstatt sich der Verantwortung für den vermeidbaren Tod von über 130 Menschen zu stellen? Fragen über Fragen (darf man die in unserer Demokratie noch stellen? Darf man so denken?), leider keine Antworten …..

    • Sie sollten schon bei Ihrer Linie bleiben: entweder sollten Politiker IMMER auf wissenschaftliche Warnungen hören oder nie. Es kann aber nicht sein, dass Sie bei der Corona-Pandemie und beim Klimawandel die wissenschaftlichen Warnungen von +/- 95% der auf dem Gebiet Forschenden ignorieren, dann aber strafrechtliche Konsequenzen fordern, wenn wie im obigen Fall die Warnungen nicht schnell genug umgesetzt wurden bzw. nicht ernst genug genommen wurden.
      Um in Ihrem Duktus zu bleiben: Auch ich habe einen konkreten Verdacht: Ihnen geht es gar nicht um die Sache, sondern nur darum “gegen” etwas zu sein. Dabei verpacken Sie Ihre Halbwahrheiten und Unterstellungen nur etwas geschickter als die meisten hier.

  3. Viele Fragen bleiben offen. Schätze, die müssen wir uns wieder mal selbst beantworten.
    Verantwortung übernehmen ist auch nicht mehr *zeitgemäß*.
    So ist das nunmal im besten Schland aller Zeiten.
    Frohe Weiahnachten in die Runde.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.