Neuer Staatsvertrag zur Glücksspielregulierung – das ändert sich in deutschen Online-Casinos

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Alles auf Rot! Beim Roulette kann nicht nur auf die Farbe gesetzt werden. Bild: GregMontani/Pixabay

Online-Glücksspiel erfreut sich großer Beliebtheit, doch auch der Staat hat ein Auge auf diese Entwicklung. Mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags wird hier zwar eine Branche aus der Illegalität geholt, allerdings mit starken Einschränkungen für Casino-Betreiber und Spieler. Doch was konkret ändert sich eigentlich nun für Gambler, die sich im Casino ein wenig entspannen möchten?

Der Glücksspielstaatsvertrag – Casinobetreiber sind betroffen
Immer mehr seriöse Informationsquellen, wie onlinecasinosdeutschland.com beschäftigen sich mit einem zentralen Thema: Was ändert der Glücksspielstaatsvertrag beim Zocken im Casino! Wird es zu einem Rückgang der Casino-Kunden kommen oder sind diese bereit, für ihr Hobby einfach in den sauren Apfel zu beißen und die Neuerung in Kauf zu nehmen. Gibt es eigentlich auch positive Veränderungen oder sind die Einschränkungen aus Betreibersicht gänzlich als negativ zu erachten?

Positiv ist in jedem Fall die Legalisierung einer Branche, die aufgrund der Illegalität in Deutschland zu Unrecht einen falschen Ruf erlangt hatte. Ganz häufig wurden Online-Casinos mit Abzocke in Verbindung gebracht, obwohl tausende Anbieter seit Jahren seriöse Angebote bereithalten. Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche, dies ist aber nie ein Grund, eine komplette Anbieterriege zu verteufeln.

Der Kunde nicht im Fokus
Kritiker des Glücksspielstaatsvertrags bemängeln, dass der Kunde bei den Änderungen nicht mehr im Fokus der Benutzerfreundlichkeit stand. Während in zahlreichen anderen Lebensbereichen, vom Restaurant bis zum Kino immer mehr darauf geachtet wird, dass der Gast sich wohlfühlt, wird die Casino-Branche dazu verdammt, ihren Kunden eine Verschlechterung des Spielererlebnisses schmackhaft zu machen.

Sinnvoll ist mit Sicherheit die Prävention einer Spielsucht, doch durch die Neuerungen im Glücksspielstaatsvertrag werden Gamer automatisch unter eine Art Generalverdacht gestellt. Verschiedene Studien zeigen, dass sich der Anteil jener, die an einer Glücksspielsucht oder auch nur an einem pathologischen Spielverhalten leiden, bei rund einem Prozent bewegt.

Die Statistik alkoholkranker Menschen ist ungleich höher und dennoch werden keine solch massiven Einschränkungen zur Eindämmung von Suchtkrankheiten vorgenommen. Ein Punkt, der zurecht von Experten kritisiert wird. Für 99 Prozent aller Spieler, bei denen kein pathologisches Spielverhalten zu erkennen ist, werden Maßnahmen nämlich völlig zu Unrecht umgesetzt.

Einzahlungslimits nicht nur für Casinos
Ein vehementer Kritikpunkt für viele Gambler ist die Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro pro Monat, die casinoübergreifend gilt. So haben Spieler keine Möglichkeit, bei Erreichen der Grenze zu einem anderen, in Deutschland lizenzierten Casino zu wechseln. Die einzige Möglichkeit bestünde beim Besuch eines Casinos, was lizenzfrei oder in einem EU-Land lizenziert ist. Ob das allerdings im Sinne des Bundes ist, bleibt fraglich.
Mit der pauschalen Festlegung eines Einsatzlimits und Einzahlungslimits werden insbesondere Highroller getroffen. Es besteht nicht nur die monatliche Grenze bei Einzahlungen, sondern zusätzlich die Einschränkung, dass maximal 1,00 Euro pro Spin am Slot gesetzt werden darf. Spieler, die zuvor 10 Euro und mehr pro Runde eingesetzt haben, werden daher in ihrem Spielvergnügen vehement eingeschränkt und sind zurecht empört.

Simultanes Spielen nicht mehr erlaubt
Die Anmeldung bei einem Casino mit deutscher Lizenz sieht vor, dass sich der Gamer ausweisen muss. Das Kundenkonto muss verifiziert werden, bevor der Spieler Auszahlungen durchführen kann. Mit der Verifizierung erfolgt aber auch die Aufnahme in die zentrale Sperrdatei und damit die übergreifende Kontrolle bei anderen Glücksspielanbietern. Die Möglichkeit, parallel bei zwei Anbietern Slots laufen zu lassen, um so die Spielauswahl zu erhöhen, ist mit dem GlüStV nicht mehr möglich.

Zugleich wird aber auch die Dauer eines Einzelspins erhöht. So müssen mindestens fünf Sekunden vergehen, bis die Walzen am Slot stehen bleiben. Damit fallen Optionen wie das beliebte Auto-Play und das schnelle Spiel ebenfalls dem GlüStV zum Opfer und sind nicht mehr im Angebot.

Die oben erwähnte Sperrdatei dient auch dem Ausschluss von Spielern, die pathologisches Spielverhalten gezeigt haben, und zwar ebenfalls casinoübergreifend. Die vom Land Hessen entwickelte Software soll erkennen, sobald sich ein pathologisches Spielmuster zeigt und in der Lage sein, eine allgemeine Sperre für alle in Deutschland lizenzierten Casinos zu erwirken.

Datenschutzrechtlich sind Experten von dieser übergreifenden Sperrdatei ohnehin nicht begeistert, denn die Daten des Spielers werden bis zu ein Jahr lang gespeichert. Damit hat der Staat nicht nur vollen Einblick auf das Spielverhalten, sondern kann auch Einsätze und Gewinne genau unter die Lupe nehmen.

Keine Tischspiele im Livemodus
Eine vehemente Änderung, die auf Kritik stößt, ist der Verzicht auf Tischspiele im Livemodus und in der Wettbranche auf Livewetten. Es gibt hier schlichtweg keine sinnvolle Begründung, warum eine solche Neuerung umgesetzt wird. Das Live-Spiel mittels Video-Dealer ist aus Expertensicht nicht stärker mit der Gefahr einer Spielsucht assoziiert als das Spiel an einer videogesteuerten Software.
Für Glücksspieler ist der Wegfall von Roulette, Blackjack und Baccarat eine erhebliche Einschränkung, denn diese Spiele gehörten neben dem vielfältigen Slot Angebot zu den beliebtesten Anziehungspunkten im Casino. Einzig Poker stellt eine Ausnahme dar, da es nicht als reines Glücksspiel, sondern als Glücks- und Strategiespiel kategorisiert ist.

Fazit: Die Begeisterung in der Spielebranche hält sich in Grenzen
Dass Onlinecasinos nicht mehr der Illegalität unterstehen ist ein positiver Aspekt des Glücksspielstaatsvertrags. Damit endet die Liste der positiven Neuerungen aber auch schon. Die Einschnitte, die die Endfassung des GlüStV tatsächlich vornimmt, sind zu drastisch, wie viele Betreiber finden. Es besteht die Gefahr, dass Kunden genau aus diesem Aspekt verstärkt zu Casinos ohne Lizenz und ausländischen Angeboten getrieben werden.
Das ist weder im Sinne des Erfinders noch im Sinne der Glücksspielanbieter, die sich mit viel Mühe um eine deutsche Lizenz gekümmert haben. Klar ist, dass die Prävention einer Spielsucht nicht an Wichtigkeit verlieren sollte. Klar ist aber auch, dass rund 99 Prozent aller Spieler und die Casinobetreiber in Sippenhaft genommen werden von einem Staat, der im Endeffekt auch noch steuerlich an den Neuerungen profitiert.

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