Von der Flut freigespült: Fast 700 Kilo Munition aus Zweitem Weltkrieg in RLP entdeckt

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Eine 7,5 mm Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg ragt an einer Baustelle aus dem Schlamm der Ahr. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

TRIER. Die Sturzfluten im Sommer haben auch Bomben und Granaten aus Kriegszeiten freigeschwemmt. Diese können im schlimmsten Fall immer noch tödlich sein.

Gefährliche Altlasten: Nach dem verheerenden Hochwasser im Juli in Teilen von Rheinland-Pfalz sind dort 695 Kilogramm Munition aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Zum Beispiel stießen Helfer, Bauarbeiter und Behördenvertreter bis zum 1. Dezember alleine im besonders flutgeschädigten Ahrtal auf 437,5 Kilogramm, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im Vulkaneifelkreis, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Kreis Trier-Saarburg wurden insgesamt weitere 257,5 Kilogramm Munition geborgen.

Entdeckt wurden eine leere Sprengbombe in Bad Neuenahr-Ahrweiler, eine Stabbrandbombe in Altenahr sowie Infanteriepatronen, verschiedenartige Granaten, Pyrotechnik und Munitionsteile. Erst am 1. Dezember barg der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz nach eigenen Angaben noch drei bei Aufräumarbeiten aufgetauchte Sprenggranaten bei Altenahr im Ahrtal. Laut der ADD landen all diese «transportfähigen» Munitionsfunde in einem sicheren Zwischenlager. Künftig würden sie «zu einem thermischen Munitionsentsorgungsbetrieb transportiert und dort sicher verbrannt».

Mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg erläuterte die ADD: «Bombenabwürfe durch Jagdbomber können überall gefunden werden und fast alle Städte wurden bombardiert.» In den Flutgebieten könne gerade in den Fluss- und Bachläufen immer noch vereinzelt Munition entdeckt werden. Genauso auch bei Bauvorhaben. «Da das Hochwasser große Mengen Erdmaterial unterspült und mitgerissen hat, kann jetzt überall auch etwas liegen», hieß es weiter.

Wichtig sei bei einem vermutlichen Munitionsfund: «Hände weg! Bilder machen und der Ordnungsbehörde oder der Polizei melden!» Diese verständigten dann Experten. «Der Kampfmittelräumdienst kommt lieber umsonst zu der Fundstelle rausgefahren als einmal zu spät! Sicherheit geht vor», betonte die Behörde.

Extremer Starkregen hatte am 14. und 15. Juli alleine im Ahrtal zu einer Sturzflut mit 134 Todesopfern und Tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern geführt. Geflutet wurden auch Dörfer in der Eifel, der Ortsteil Trier-Ehrang und Kordel im Kreis Trier-Saarburg. (dpa)

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