++ Aktuell: Trierer Amokfahrt-Prozess – Notar berichtet über Gespräch am Vortag ++

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Polizisten sind in der Fußgängerzone im Einsatz, in der ein Autofahrer fünf Menschen getötet hat. Foto: Harald Tittel/dpa/Archiv

Am Tag vor der Amokfahrt von Trier hat der mutmaßliche Täter bei einem Notar-Besuch noch Ratschläge für sein persönliches Anliegen bekommen.

«Ich dachte für mich, dass ich ihm geholfen habe», sagte der Notar am Dienstag vor dem Landgericht Trier. Er habe sachlich mit dem Mann gesprochen: Das Gespräch sei weder laut, noch besonders emotional gewesen. «Ich habe aber gemerkt, dass er unter Strom war», sagte der 59-Jährige. Die Herausgabe von Geld sei gar kein Thema gewesen: «Es gibt keine Tresore beim Notar und keine Verwahrung von Geld bei uns.»

Der Angeklagte hatte in seinen Einlassungen nach der Festnahme berichtet, er kämpfe seit Jahrzehnten vergeblich um eine Summe von mehreren hunderttausend Euro, die ihm angeblich aus einem Pharmaversuch als Kind zustehe. Am Tag vor der Tat sei er bei dem Notar gewesen, um das Geld einzufordern. Er sei dort aber «abgewimmelt worden» und habe sich «erniedrigend behandelt» gefühlt. Deswegen sei er durch die Fußgängerzone von Trier gefahren, hatte er gesagt.

Bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 waren in Trier fünf Menschen getötet und zahlreiche Menschen verletzt worden. Seit dem 19. August steht der 52-Jährige vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen vor. Der Deutsche soll mit seinem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast sein, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen.

Der Notar sagte vor Gericht, er habe den Mann nicht abgewimmelt. Im Gegenteil. Er habe sich mit ihm unterhalten, obwohl er keinen Termin hatte. Der Mann habe berichtet, dass das Geld aus der angeblichen Versuchsreihe in Immobilien angelegt worden sei und er an die notariellen Urkunden von dem Verkauf der Häuser kommen wolle. Der Notar sagte, die Schilderung mit den Versuchen habe er nicht nachvollziehen können. Er habe dem Mann aber einen Kontakt genannt, wo er die Urkunden bekommen könnte.

Nach vorläufiger Einschätzung eines psychiatrischen Sachverständigen leidet der Angeklagte an einer Psychose. Zum Prozessauftakt hatte er vor Gericht gesagt, er wolle keine Aussage machen. Der Prozess gegen den Deutschen ist bis Ende Januar 2022 terminiert.

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