Bistum Trier richtet temporären Gebetsort für Betroffene sexuellen Missbrauchs ein

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Bischof Dr. Stephan Ackermann und die beiden Präventionsbeauftragten des Bistums, Angela Dieterich und Dr. Andreas Zimmer, gedenken der Betroffenen sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier. Foto: Stefan Schneider/Bistum Trier

TRIER. Es war Papst Franziskus, der einen jährlichen Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs angeregt hat. Für Deutschland soll dieser von den Pfarreien rund um den „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ am 18. November begangen werden. Ein zentraler Gedenkort im Bistum Trier befindet sich im Durchgang zwischen dem Trierer Dom und der Liebfrauenkirche und ist dort seit 13. November für etwa eine Woche zugänglich, wie das Bistum mitteilt. Bischof Dr. Stephan Ackermann und die beiden Präventionsbeauftragten, Angela Dieterich und Dr. Andreas Zimmer, haben den Gedenkort am 15. November aufgesucht.

„Das Thema lässt uns nicht los“, betonte Bischof Dr. Stephan Ackermann. Er ist auch Beauftragter der Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes. Ackermann ermutigte dazu, den Gebetstag und die Gebetsorte zu nutzen. „Das ist auch unsere Verpflichtung gegenüber den Betroffenen.“ Er verwies darauf, dass die katholische Kirche in den vergangenen Jahren „sichtbare Schritte der Aufarbeitung gegangen ist“.

„Wir müssen Räume für das Gebet öffnen und der Trauer und dem Schmerz Raum geben“, so Bischof Ackermann. Das könne und solle nicht von der Aufarbeitung ablenken, „aber für uns als Christinnen und Christen gehört das Gebet dazu: die Bitte um Vergebung, die Bitte um Stärkung, die Bitte um Zuversicht“. Er würdigte die Initiativen in Pfarrgemeinden, die Orte der Erinnerung eingerichtet hätten: „Damit das Geschehene nicht vergessen wird und ein solcher Ort uns mahnt, hinzuschauen und präventiv zu handeln.“

„Es gibt das Leid und es gibt die vielen Betroffenen“, sagte Angela Dieterich, Leiterin der Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Bistum Trier. „An beides erinnert der Gedenktag.“ Sie verwies auch darauf, dass der Gedenktag nicht auf ein Bistum beschränkt bleibe. „Indem es auch ein internationaler Gedenktag ist, wird deutlich, dass die Arbeit der Prävention über die Grenzen hinweg vernetzt ist und vernetzt sein muss.“ Es verdeutliche auch das Gewicht, das die Kirche diesem Thema beimesse.

Die Deutsche Bischofskonferenz empfiehlt, den Gebetstag am 33. Sonntag im Jahreskreis (14. November 2021) oder am Christkönigsfest (21. November 2021) oder in zeitlicher Nähe dazu zu begehen. Der Gedenkort in Trier befindet sich wie im vergangenen Jahr im Durchgang zwischen der Dom und der Liebfrauenkirche und ist dort vom 13. November an für etwa eine Woche zugänglich. Der Gedenkort ist über die Liebfrauenkirche zu erreichen. Anregungen zur Gestaltung des Gebetstags bietet die Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt unter https://www.bistum-trier.de/hilfe-soziales/sexualisierte-gewalt/europaeischer-kinderschutz-tag/.

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3 KOMMENTARE

  1. Da es keinen Raum für die Aufarbeitung dieser Verbrechen, innerhalb der kath. Kirche
    gibt, können Sie sich diesen Raum sparen , Herr Ackermann.

  2. Bevor die katholischen”Pfaffen” offiziell ” nicht “begatten” dürfen wird sich leider nichts ändern.
    Das ganze Geschwafel können die sich sparen.

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