Provisorische Heizungen nach der Flutkatastrophe: «Niemand soll frieren»

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Eine Frau dreht den Heizkörper auf. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archivbild

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Pellets und Photovoltaik statt Öl: An der Ahr sollen nach der Flutkatastrophe vom Sommer moderne Heizungen Standard werden. Doch in diesem Herbst und Winter müssen erstmal Provisorien helfen.

Viele Menschen in der Katastrophenregion an der Ahr müssen mit Übergangs-Heizungen über den Winter kommen – wie viele genau, ist aber unklar. «Niemand soll in den Wintermonaten frieren müssen», betonte die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne) in Mainz. Ihr Appell: «Alle, die noch keine Lösung für den Winter haben, sollen sich melden.»

Im mittleren Ahrtal habe die Energieagentur den Bedarf der Menschen in fast 1400 betroffenen Häusern erfasst. In einem knappen Drittel der Häuser seien Übergangslösungen für das Heizen notwendig, sagte Spiegel. Elf mobile Heizzentralen seien in mehreren Orten als Übergangslösung bereits in Betrieb und in Altenahr drei weitere in Planung. Dazu kämen zahlreiche Einzelprojekte mit Elektroheizungen.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler dagegen seien bei der Flut mehr als 3000 Gashausanschlüsse ausgefallen, sagte Energiestaatssekretär Erwin Manz (Grüne). Davon betroffen seien etwa 8000 bis 10.000 Menschen. Nach der Inbetriebnahme der neuen Gashochdruckleitung Ende Oktober sollten bis Ende November alle diese Häuser wieder mit Gas beliefert werden können. Allerdings müssten dafür in jedem der Häuser Installateure die Anschlüsse ertüchtigen.

Zugleich werde zusammen mit den Menschen im Ahrtal an mittel- und langfristigen Zukunftskonzepten für die Wärmeversorgung gearbeitet, berichtete Spiegel. «Es muss schnell gehen», ergänzte Manz mit Blick auf die Menschen im Ahrtal. In einer Handvoll Orte gebe es «starke Bestrebungen», eine Nahwärmeversorgung aufzubauen, die sich vor allem aus Holz und Solarthermie speisen solle. «Das Konzept muss in einem Monat stehen, sonst springen uns die Leute ab.»

Für andere Orte seien Wärmepumpen und eigene Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach bei gleichzeitig besonders intensiver Wärmedämmung der Häuser vorstellbar. «Auch da wollen die Menschen nächstes Jahr Klarheit haben», sagte Manz. Die bisher weit verbreiteten Ölheizungen sollen nach dem Willen der Klimaschutzministerin aus dem Ahrtal verschwinden, in den Überschwemmungsgebieten seien sie ohnehin verboten.

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