Geheimbunker der rheinland-pfälzischen Landesregierung öffnet Tore

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Mittlerweile funktionslos sind diese elektrischen Anlagen im ehemaligen Regierungsbunker. Foto: Lukas Görlach/dpa

ALZEY. Nur einmal im Jahr öffnet eine einst geheime Unterwelt ihre Tore: Historisch interessierte Ausflügler können an diesem Wochenende den früheren Schutzbunker der rheinland-pfälzischen Landesregierung besichtigen. Die politische Führung hätte sich unter einer Schulturnhalle im rheinhessischen Alzey in einem Dritten Weltkrieg in einem 1140 Quadratmeter großen Keller flüchten können. Schwerpunktthemen seien diesmal das «Rheinland-Pfalz-Krisenmanagement im Kalten Krieg und die gesetzlichen Rahmenbedingungen», teilte Bunkerexperte und Buchautor Jörg Diester mit.

An diesem Samstag und Sonntag (6./7.11.) erläutern einstündige Führungen Aufbau und Aufgabe des geheimen Bauwerks. Das Land hätte von 1979 an im atomaren Krisenfall von dem zweistöckigen Kellerlabyrinth aus bis zu 30 Tage weiterregiert werden sollen. 1992 wurde der Bunker in rund 35 Kilometern Entfernung von der Landeshauptstadt Mainz geschlossen. Diester erklärte: «Geigerzähler, die immer noch vor sich hin ticken, Fernschreibmaschinen, in denen die gelben Lochstreifen eingelegt sind, und ein Schiffsdieselmotor für die bunkereigene Stromerzeugung: Die Kulisse wirkt entrückt und bizarr, technisch veraltet und dennoch gepflegt.»

Rheinland-Pfalz hatte im Kalten Krieg sogar zwei Regierungsbunker zugleich beherbergt: Bei Bad Neuenahr-Ahrweiler befand sich der geheime unterirdische Ausweichsitz des Bundeskabinetts. Von der Flutkatastrophe mit 134 Toten Mitte Juli im Ahrtal war dieser Bunker nicht betroffen: Er liegt gut 40 Meter über der Ahr. (dpa)

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