Rheinland-Pfalz: Versorgung mit Hausärzten wird immer schlechter

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Foto: picture alliance/Stephan Jansen/dpa/Illustration

MAINZ. Wie viele Haus- und Fachärzte sich künftig an welchen Orten um Patientinnen und Patienten kümmern, ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums schwer vorherzusagen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

In Rheinland-Pfalz ist in den vergangenen Jahren die Versorgung mit Hausärztinnen und Hausärzten in den meisten Regionen gesunken. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Große Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor. Am niedrigsten war der sogenannte Versorgungsgrad demnach in diesem Jahr in den Planungsbereichen Prüm und Saarburg/Obermosel mit jeweils rund 79 Prozent. Im Jahr 2013 lag der Wert dort noch bei rund 86 beziehungsweise 91 Prozent, wie aus der Auflistung hervorgeht, die auf Daten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz beruht. Auch in den meisten anderen der gut 50 aufgeführten Bereiche ist ein Rückgang zu verzeichnen.

Der Versorgungsgrad ist nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Grundlage dafür, ob sich in einem Planungsbereich zusätzliche Ärzte niederlassen können beziehungsweise Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung ergriffen werden. Unter einem Wert von 75 Prozent spricht die KBV von einer Unterversorgung, zwischen 75 und 100 Prozent von einer drohenden Unterversorgung.

Am höchsten war der hausärztliche Versorgungsgrad laut Gesundheitsministerium in Koblenz/Lahnstein (113,4 Prozent), Hermeskeil (111,8 Prozent) und Bingen (111,5 Prozent). Während sich der Wert im Planungsbereich Koblenz/Lahnstein seit 2013 (111,3 Prozent) leicht erhöhte, sank er in Hermeskeil (2013: 128,3) und Bingen (134,1 Prozent).

Seit 2013 wird die hausärztliche Versorgung nach Angaben des Ministeriums nicht mehr auf der Ebene der Landkreise geplant, sondern kleinräumiger in sogenannten Planungsbereichen. Bei der fachärztlichen Versorgung ergibt sich je nach regionalem und medizinischem Bereich ein uneinheitliches Bild.

Als Gebiete für eine drohende Unterversorgung nennt das Ministerium unter Berufung auf die KV drei Fälle: der Bereich Prüm für Hausärzte, die Kreisregion Altenkirchen für Nervenärzte und die Kreisregion Trier für Kinder- und Jugendpsychiater. In allen Fällen wurden der KV jeweils unterschiedliche Fristen eingeräumt, die drohende Unterversorgung abzuwenden.

Die künftige Entwicklung der Versorgungsgrade hängt nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums hauptsächlich davon ab, wie viele Ärztinnen und Ärzte in den nächsten Jahren aus ihrem Beruf ausscheiden und wie viele Neueinsteiger beispielsweise durch Praxisübernahmen oder Anstellung hinzukommen werden. Dies hänge zu einem großen Teil von der Attraktivität der Gemeinden und der jeweiligen Region ab.

Wichtig sei dabei die Schaffung von Anstellungsmöglichkeiten in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren, da sich immer mehr Ärztinnen und Ärzte nicht mehr mit einer eigenen Praxis niederlassen möchten, sondern ein Angestelltenverhältnis bevorzugten, erklärte das Ministerium. Aus diesen Gründen sei eine Prognose der Versorgungsgrade nicht möglich.

Spürbare Auswirkungen der noch relativ neuen Landarztquote erwartet das Gesundheitsministerium voraussichtlich ab dem Jahr 2030. Dabei werden zusätzliche Medizinstudienplätze unabhängig von der Abiturnote an Bewerber vergeben, die sich dazu verpflichten, sich nach ihrer Ausbildung als Hausarzt in einem unterversorgten Gebiet niederzulassen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten. Das Projekt ging vor knapp einem Jahr an der Uni Mainz an den Start. (dpa)

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