Schockanrufe im Hunsrück: Polizei warnt vor Welle von Betrugsanrufen

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Foto: dpa

MORBACH/IDAR-OBERSTEIN. Aktuell registriert die Kriminalpolizei Idar-Oberstein in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizeiinspektion Morbach eine erneute Welle von betrügerischen Anrufen bei zumeist älteren Bürger*innen.

Der oder die Anrufer*in gibt sich als Verwandte/r des Empfängers aus und täuscht eine Notsituation vor, welche lediglich durch die Zahlung von meist vierstelligen Geldsummen abgewiesen werden kann. Aktueller Einzugsbereich der Anrufwelle ist im Bereich Morbach festzustellen.

Tipps Ihrer Polizei, wenn Sie einen solchen Anruf erhalten:

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selbst mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

– Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

– Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

– Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehenden Personen.

– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an
unbekannte Personen.

– Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110. Wählen Sie die Rufnummer selber, lassen Sie sich nicht verbinden.

– Sind Sie bereits Opfer eines gleichgelagerten Deliktes geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

– Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

– Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nach Möglichkeit nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

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2 KOMMENTARE

  1. Ich kann die mediale Aufmerksamkeit zu dieser Thematik nicht mehr nachvollziehen.

    Auch der “letzte Bauer” , …welcher da wohnt, wo sich Fuchs und Hase eine gute
    Nacht wünschen, sollte zwischenzeitlich Bescheid wissen.

    Wer darauf noch reinfällt, dem ist selbst mit einer gesegneten Kerze
    nicht mehr zu helfen..

    • Es gilt generell “Steter Tropfen höhlt den Stein” und da diese Betrugsmasche immer noch recht erfolgreich ist, kann Information nicht schaden.
      Da bei solchen Schockanrufen normale Denk- und Beurteilungsprozesse außer Kraft gesetzt werden, ist ein “Einhämmern” einfacher Regeln wie “Wenn ein Anrufer…von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit …” sinnvoll, jede “das-kann-mir-doch-nicht-passieren”-Haltung ist a) in Theorie und Praxis widerlegt und b) risikoerhöhend.

      Solche Tipps wie “Verkürzen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch” sind hingegen zweischneidig: hierüber kennzeichnen sich tendenziell die Ängstichen/Angreifbaren selbst.

      Hilfreich ist es auch, die “Fallhöhe” zu reduzieren und den täglichen Bar-Verfügungsrahmen für Abhebungen am Geldautomaten auf ein sinnvoll niedriges Maß zu begrenzen. Das kann bei Bedarf jederzeit geändert werden, erfordert aber einen zusätzlichen Schritt, der im Fall einen Betrugsversuchs eine weitere Gelegenheit zum Erkennen des “was-mache-ich-hier-eigentlich?” bietet.

      Und übrigens: “Wenden Sie sich dafür an die TELEKOM” ist Unsinn! Wenden Sie sich an IHRE TELEFONGESELLSCHAFT…Telekom-Kunden hingegen sind an “Telefon-Abzocke” gewöhnt 🙂

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