RLP: Schon 17 Geldautomaten-Sprengungen in diesem Jahr!

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Kripobeamte sichern nach der Sprengung eines Geldautomaten Spuren. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

MAINZ/TRIER. Geldautomaten sind bei Kriminellen beliebte Ziele: Derzeit meldet die Polizei wieder vermehrt «Sprengangriffe». Oft ist der angerichtete Schaden höher als die Beute.

Geldautomaten-Sprenger haben dieses Jahr bereits im Westerwald, in der Pfalz, in Rheinhessen, in der Eifel und an der Mosel zugeschlagen: Landesweit verzeichnet das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz bislang 17 Taten, wobei es in 7 Fällen nicht zur Entwendung von Bargeld gekommen sei. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vorjahres standen 25 Sprengungen von Geldautomaten in der Statistik – in 13 Fällen blieben die Täter ohne Beute, wie das LKA mitteilte.

Der bei den Taten angerichtete Sachschaden übersteige in vielen Fällen die Beutesumme. 2019 seien der Polizei im Zusammenhang mit den Geldautomaten-Sprengungen landesweit Schäden in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro gemeldet worden. 2020 sei die Summe dann auf rund 2,3 Millionen Euro gestiegen. Das vergangene Jahr war mit 35 versuchten und erfolgreichen Automatensprengungen das bisherige Rekordjahr. Ob es 2021 ein neues Rekordjahr gebe, sei noch nicht abzusehen.

Warum sind diese Delikte bei Tätern so beliebt? Je nachdem, wie professionell die Tätergruppen seien, bestehe «ein relativ geringer finanzieller und logistischer Aufwand zur Erlangung von relativ hohen Beutesummen in kurzer Zeit», teilte das LKA mit. Und: Im Vergleich zum europäischen Ausland seien in Deutschland verhältnismäßig viele Geldautomaten aufgestellt, so dass «grundsätzlich eine Vielzahl an Tatgelegenheiten» vorhanden sei.

In Rheinland-Pfalz gingen Sprengangriffe auf Geldautomaten oft auf das Konto von reisenden Tätergruppen aus dem europäischen Ausland. Die Täter stammten in vielen Fällen nachweislich aus den Niederlanden – einzelne Fälle könnten auch Tatverdächtigen aus Frankreich, Rumänien und Polen zugeordnet werden, hieß es.

Bei den Taten von 2020 seien bislang in 19 von 35 Fällen einer versuchten oder vollendeten Sprengung eines Geldausgabeautomaten Tatverdächtige ermittelt worden, sagte der LKA-Sprecher. Das entspreche einer Aufklärungsquote von rund 54 Prozent. In den übrigen Fällen dauerten die Ermittlungen an.

Das «Phänomen der Geldautomaten-Sprengungen» werde erst seit 2013 in Rheinland-Pfalz beobachtet. Damals habe es vier Fälle im Jahr gegeben. Nach polizeilichen Erkenntnissen werden die Automaten häufig gesprengt, indem die Täter ein Gas oder Gasgemisch einleiten und dann zünden. Manchmal werden statt Gas auch Pyrotechnik, selbst hergestellte oder gewerbliche Sprengstoffe eingesetzt. (dpa)

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