Deftige Strafen im neuen Bußgeldkatalog: So teuer wird jetzt Rasen und Falschparken!

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Foto: dpa

BERLIN/TRIER. Der Bundesrat hat heute der Änderung am Bußgeldkatalog zugestimmt. Rasern und Falschparkern drohen jetzt deftige Strafen.

Die teilweise bis zu viermal höheren Bußgelder sollen vor allem zu mehr Verkehrssicherheit für den Fuß- und Radverkehr beitragen.

Der neue Katalog sieht unter anderem spürbar höhere Geldbußen für Autofahrer vor, die mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind und geblitzt werden.

Wer beispielsweise in geschlossenen Ortschaften 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, der zahlt statt 35 bald 70 Euro.

Die beschlossenen Änderungen gehen auf eine Einigung von Bund und Ländern im April zurück. Nach dem Beschluss des Bundesrates muss jetzt noch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die neue Verordnung unterschreiben. Der Bußgeldkatalog tritt dann drei Wochen nach der Verkündung in Kraft – also noch in diesem Herbst.

WAS WIRD WIE TEUER?

Parken im allgemeinen Halte- oder Parkverbot kostet laut Katalog künftig bis zu 55 Euro statt wie bisher bis zu 15 Euro
– Wer innerorts zwischen 16 bis 20 km/h zu schnell fährt und geblitzt wird, der zahlt statt 35 bald 70 Euro.
– Wer etwa mit 91 km/h statt der erlaubten 50 km/h durch die Stadt rast, muss 400 statt bislang 200 Euro Strafe zahlen (komplette Tabelle unten)
Unberechtigtes Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz kostet 55 statt wie bisher 35 Euro
Parken in einer Feuerwehrzufahrt oder die Behinderung von Rettungsfahrzeugen sorgt für ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro
Unberechtigtes Parken auf Elektroauto-Parkplätzen: Verwarnungsgeld von 55 Euro
– Wer keine Rettungsgasse bildet oder eine solche sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen
Lkw-Fahrer dürfen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Wer dagegen verstößt, wird mit 70 Euro zur Kasse gebeten
Parken auf Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen kostet statt 25 Euro in Zukunft bis zu 100 Euro Geldbuße
Auto-Poser müssen mit höheren Strafen rechnen: Wer unnötigen Lärm und eine vermeidbare Abgasbelästigung verursacht oder unnütz Hin- und Herfährt, muss statt bisher 20 Euro nun bis zu 100 Euro zahlen

Geldbußen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen – innerorts und außerorts – Neuer Bußgeldkatalog

Über­schrei­tung (in­ner­orts) Buß­geld (€) Punk­te Fahr­ver­bot
bis 10 km/h 30.- 0 nein
11 – 15 km/h 50.- 0 nein
16 – 20 km/h 70.- 0 nein
21 – 25 km/h 115.- 1 nein
26 – 30 km/h 180.- 1 Eventl.

1 Monat*

31 – 40 km/h 260.- 2 1 Mo­nat
41 – 50 km/h 400.- 2 1 Mo­nat
51 – 60 km/h 560.- 2 2 Mo­nate
61 – 70 km/h 700.- 2 3 Mo­nate
über 70 km/h 800.- 2 3 Mo­nate

*Ein Fahr­verbot droht in der Regel nur, wenn Sie in­ner­halb von 12 Mo­na­ten zwei­mal 26 km/h oder mehr zu schnell ge­fah­ren sind.

Über­schrei­tung (au­ßer­orts) Buß­geld (€) Punkte Fahr­verbot
bis 10 km/h 20.- 0 nein
11 – 15 km/h 40.- 0 nein
16 – 20 km/h 60.- 0 nein
21 – 25 km/h 100.- 1 nein
26 – 30 km/h 150.- 1 Event.

1 Monat*

31 – 40 km/h 200.- 1 Eventl.

1 Monat

41 – 50 km/h 320.- 2 1 Mo­nat
51 – 60 km/h 480.- 2 1 Mo­nat
61 – 70 km/h 600.- 2 2 Mo­nate
über 70 km/h 700.- 2 3 Mo­nate

*Ein Fahr­verbot droht in der Regel nur, wenn Sie in­ner­halb von 12 Mo­na­ten zwei­mal 26 km/h oder mehr zu schnell ge­fah­ren sind.

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2 KOMMENTARE

  1. Was kostet es denn jetzt, wenn man nachts ohne Licht auf der falschen Fahrbahn fährt und dabei ein paar brennende Sylvesterfontainen aus dem Fenster hält. Nur so aus Neugier. Es soll ja Leute gegeben haben, die sowas mal früher gemacht haben. Oder mit dem Auto durch den Palastgarten fahren und die Reifen drehen lassen auf der großen Wiese.

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