++ Entscheidung in Trier gefallen: So wird die Hindenburgstraße in Zukunft heißen ++

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Foto: Stadt Trier

TRIER. In einer über vier Wahlgänge gehenden Abstimmung des Ortsbeirates Mitte/Gartenfeld zur Umbenennung der Hindenburgstraße in Trier kam es heute Abend am Schluss zu einem Losentscheid nach einer Pattsituation.

Nach drei Wahlgängen lagen die beiden Namensvorschläge „Forum“, und „Gerty-Spies-Straße“, benannt nach der 1897 in Trier geborenen jüdischen Schriftstellerin, mit je 7 Stimmen gleichauf. Es musste ein vierter Wahlgang her.

Auch nach diesem vierten Wahlgang blieb es bei einem Unentschieden für die beiden übriggebliebenen Namensvorschläge. Das Los musste entscheiden und fiel auf „Gerty-Spies-Straße„, dem künftigen Namen der Hindenburgstraße in Trier.

In der engeren Auswahl zur Abstimmung, die auch live von Kanal OK54 im Fernsehen übertragen wurde, waren in den ersten Wahlgängen Am Südtor, Bertha-von-Suttner-Straße, „Forum“, Fritz-Bauer-Straße, Gerty-Spies-Straße, Hannah-Arendt-Straße, Hilde-Hubbuch-Straße, Else-Scheuer-Straße, Louis-Scheuer-Straße, Mutti-Krause-Straße, „Neumarkt“, Stresemannstraße, „Synagoge“, „Theater“ und Weiße-Rose-Straße.

Hintergrund der Abstimmung des Ortsbeirates über eine Neubenennung der Hindenburgstraße war ein Beschluss des Trierer Stadtrates vom Juli letzten Jahres. Damals  beschloss der Trierer Stadtrat mit 29 zu 17 Stimmen bei vier Enthaltungen, die Hindenburgstraße umzubenennen. Die Mehrheit des Rates brachte mit diesem Votum zum Ausdruck, dass dem Generalfeldmarschall im Ersten Weltkrieg und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg kein ehrendes Gedenken seitens der Stadt Trier mehr zuteil werden soll.

Hindenburg (1847-1934) ernannte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. Kurz darauf erließ er Notverordnungen, mit denen die Grundrechte und die Pressefreiheit im Deutschen Reich aufgehoben wurden. Hindenburg gilt somit als „Steigbügelhalter“ der Nazi-Diktatur.

Die bisherige Hindenburgstraße zweigt vom Alleenring ab und ist eine viel befahrene Zufahrt in die Trierer Altstadt.

 

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7 KOMMENTARE

  1. Danke an die vorbildlichen Akteure!
    Wir haben ja in Trier sonst gar keine Probleme – umso wichtiger, nach dem HGT nun endlich diese Straße umzubenennen! Respekt!!!
    Und nun aber ran an die Mohrenkopfstraße, ans gleichnamige Café, an den Schwarzen Weg in Ehrang … es gibt sooooo viel zu tun für unsere moralinsauren Hirntoten!!

  2. Es ist völlig wurscht, wie die Straße künftig heißen wird…, in einer Erklärung Dritten gegenüber wird diese dann zum besseren Verständnis als ehemalige Hindenburgstrasse bezeichnet.

  3. Was für eine dämliche Namensabstimmung, warum hat man sie denn dann nicht auch so wie das Humboldt ehemals Hindenburggymnasium in Humboldstrasse umbenannt ?
    Gerty Spiess , klingt nach einer Friseuse, aber ich gebe meinem Vorredner recht dass wohl die meisten lebenden Trierer es bei der alten Bezeichnung lassen.

      • Schon bemerkenswert, wie einfach Begrifflichkeiten aufgeschnappt und weitergeplappert werden. Da müsste ein ganzes Ministerium ins Leben gerufen werden, welches sich ausschließlich um Namensänderungen von Straßen kümmert, die „Steigbügelhaltern Hitlers“ gewidmet sind. Und wie sieht es eigentlich mit der Karl-Marx-Straße und etlichen Martin-Luther-Straßen und Plätzen aus? Beides waren bekennende Antisemiten.

  4. In meinem Leben heißt die Hindenburgstraße weiter Hindenburgstraße, das Hindenburggymnasium weiter Hindenburggymnasium. Mein staatlich, neusprachliches Mädchengymnasium Trier, danach Trevirisgymnasium Trier, bleibt in meinem Leben so. Bin gespannt , was den komischen Leuten zum Cafe Mohr , Cafe Mohrenkopf und dem Berg Mohrenkopf einfällt, es reicht mir langsam mit diesen komischen Leuten.Was hätten unsere Direx Finkler, Frau Glasner, Frau Emig, Herr Loch, Frau Manz, Frau Räther, Herr Heinz, Herr Svoboda, Frau Ilse-Marie Lohmüller und Frau Schäffner, die Beiden liebe ich sehr, zu diesem ganzen Scheiß gesagt. Um nur Einige zu nennen.

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