Artenschutz bei Straßenneubau in Trier-West: Eidechsen werden „vergrämt“

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Foto: dpa

TRIER. Baumaschinen fahren hin und her, Erde wird bewegt und der spätere Trassenverlauf ist schon klar erkennbar: In Trier-West haben die Vorbereitungen für den Bau der neuen Verbindungsstraße zwischen der Hornstraße und Im Speyer begonnen.

Bevor die ersten Kanalbauarbeiten starten, muss dem Artenschutz Rechnung getragen werden. Genauer gesagt: Die zahlreichen Mauereidechsen, die sich vor allem im nördlichen Abschnitt des künftigen Straßenverlaufs angesiedelt haben, müssen vor Baubeginn vergrämt werden. Beate Brucksch vom Amt StadtRaum Trier verdeutlicht: „Durch den Straßenbau dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz keine der streng geschützten Mauereidechsen zu Schaden kommen oder getötet werden.“

Das geht natürlich nur, wenn sich keine Tiere mehr im Baufeld befinden. Dafür wurde in dem Areal zunächst der Bahnschotter schrittweise entfernt. Anschließend wird der Boden nach und nach in kleinen Abschnitten verdichtet, so dass das Gebiet für die Eidechsen unattraktiv wird. „Es bleibt den Tieren aber immer genug Zeit, um seitlich auszuweichen“, betont Brucksch. Dafür, dass alles im Sinne der Eidechsen abläuft, sorgt auch die Umweltbaubegleitung durch das Fachbüro Iföna aus Völklingen.

Damit die Reptilien nach der Vergrämung nicht mehr zurückkehren, wurden seitliche Schutzzäune errichtet. Alle zehn Meter stehen an dem Zaun eigenwillige Holzkonstruktionen. Brucksch: „Das sind die Übersteighilfen für Nachzügler. Also für die Eidechsen, die nach dem Aufbau des Schutzzauns noch auf dem Gelände verblieben sind. So können sie den Zaun doch noch überwinden.“

Für die Vergrämung kommen nur kurze Phasen im Frühling vor der Eiablage oder jetzt im Frühherbst in Frage, wenn sich die Jungtiere noch nicht für die Winterruhe eingegraben haben. Am Ende ihrer Reise können sich die Mauereidechsen in einem neuen Habitat in der Nähe der Lokrichthalle ansiedeln.

Auf der früheren Lagerfläche eines Entsorgungsbetriebs wurden 30 Zentimeter Kies aufgeschüttet. Außerdem gibt es Winterquartiere und Sandflächen, wo sich die Tiere eingraben oder ihre Eier ablegen können. „Wir beobachten bereits eine erste Besiedlung des Habitats. Für die Zukunft hoffen wir, dass vielleicht auch die Schlingnatter nachzieht“, bilanziert Brucksch.

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