Nach langem Gezerre: Endlich Einigung von Bahn und GDL! Das sind die Details

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Foto: Christoph Soeder/dpa

BERLIN. Nach drei Streikrunden, monatelangem Gezerre und zahlreichen gegenseitigen Schuldzuweisungen haben die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL sich im Tarifstreit geeinigt. Der Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky stellte gemeinsam mit Martin Seiler vom Vorstand der Deutsche Bahn AG bei einer Pressekonferenz in Berlin den Kompromiss vor, den Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, und sein schleswig-holsteinischer Kollege Daniel Günther (CDU) vermittelt hatten.

Der zweistufige Kompromiss sieht vor, dass die Löhne zum 1.12. dieses Jahres um 1,5% steigen und dann zum 1.3.2023 nochmals um 1,8%. Auch die von Weselsky immer wieder geforderte Corona-Prämie wird in zwei Stufen ausgezahlt: 600 Euro erhalten die Beschäftigten diesen Dezember, weitere 400 Euro gibt es im März 2022. Auch der Streit um die betriebliche Altersvorsorge konnte beigelegt werden: Das bestehende Modell bleibt für Bestandsmitarbeiter erhalten, für künftige Mitarbeiter wird es eine umstrukturierte Betriebsrente geben. Neu ist, dass ein von der GDL verhandelter Tarifvertrag erstmals nicht nur für das Zugpersonal, sondern auch für Verwaltungsmitarbeiter und Beschäftigte in Werkstätten gilt.

Sowohl Seiler wie auch Weselsky zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dankte den Vermittlern. Der Tarifautonomie wegen habe er sich zurückgehalten: „Ich habe mich nicht eingemischt, aber ich habe mich gekümmert“, so der Minister gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Für etwas Unmut sorgte bei Weselsky allerdings die Ankündigung Seilers, den vorteilhaften Tarifabschluss der GDL auch den Mitgliedern der deutlich größeren Bahngewerkschaft EVG zugute kommen zu lassen. Diese hatte gedroht, ihren von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen, um ihren Tarifvertrag aufzukündigen, sollte die Bahn der GDL bessere Konditionen zugestehen als die mit der EVG vereinbarten. Die GDL habe viel Geld für den Streik ausgegeben und viel Kritik einstecken müssen, um ein besseres Resultat zu erzielen als die EVG. Jetzt werde „ der Tarifabschluss den anderen hinterhergetragen“, schimpfte GDL-Chef Weselsky.

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